Kenntnisse über die Wortbildung sind ein mächtiges Werkzeug für Lernende. Es hilft einerseits beim Verstehen, kann andererseits aber auch produktiv ganz nützlich sein. In DaF-Lehrwerken kommt es meiner Einschätzung nach oft eher am Rande vor. Dass das nicht daran liegt, dass es nur wenige Möglichkeiten zur Wortbildung gibt, zeigt das (etwas gekürzte) Vorlesungsskript von Dr. Jana Valdrová (von der Universität in České Budějovice (Budweis)). Sie zeigt anhand von Beispielen und unter Berücksichtigung der DaF-Perspektive die verschiedenen Wortbildungsarten auf. Besonders wichtig finde ich den Hinweis auf die Ad-Hoc-Bildungen. Wenn man mit authentischen Texten arbeitet – und dass die Lernenden mit solchen Texten umgehen können sollte von Anfang an das Ziel sein (wer will denn schliesslich Deutsch lernen um nur adaptierte Lehrbuchtexte zu lesen? – stolpert man sehr schnell über Wörter (z.B. ad-hoc-gebildete Komposita), die man so nicht im Wörterbuch findet. Ein Beispiel, dass ich früher mal hier im Blog beschrieben habe ist durchschnupfsicher. Auch die Lernenden selber mit solchen Bildungen experimentieren zu lassen und über die Bedeutungen reflektieren zu lassen (evtl. Verbunden mit einer Korpusrecherche oder unter Verwendundung von Google?) finde ich sehr reizvoll. Gerade im Bereich Komposita ist das durchaus machbar.
Das Skript gibt zwar keine direkt im DaF-Unterricht einsetzbaren Ideen (das ist auch nicht sein Ziel), aber ruft in Erinnerung, was wortbildungstechnisch alles möglich ist und regt vielleicht zur einen oder anderen Unterrichtseinheit zur oder unter Einbezug von Wortbildung an. Ideen und Vorschläge sind wie immer willkommen.
In der neuesten Ausgabe der ZiF (17. Jahrgang, Nummer 1 (April 2012)) schreibt Kai Rohs im Artikel “Tertärsprachenforschung im Kontext des DaF-Unterrichts in Korea” (pdf) über Unterrichtsansätze, die Lernerfahrungen aus dem Erwerb der ersten Fremdsprache Englisch in den DaF-Unterricht einbeziehen, beziehungsweise Englisch für Sprachvergleiche nutzen.
Mit Promi-Sendungen habe ich es eher nicht, dieser Ausschnitt aus Glanz und Gloria ist aber auch für DaF-ler interessant: BAP Frontmann Wolfgan Niedecken übersetzt Berndeutsche Wörter ins Kölsch:
Auf der Seite “der kleine Prinz in 100 Sprachen” findet man einen Auszug aus dem kleinen Prinzen in verschiedenen Sprachen – und für den DaF-Unterricht besonders relevant – einigen deutschsprachigen Dialekten.
C4 ist eine Korpussuchmaschine, mit der man Korpusdaten aus je einem Korpus aus Deutschland, Österreich, dem Südtirol und der Schweiz abfragen kann. Mehr dazu im Beitrag.
Bei Dr. Bopp von Canoo habe ich gerade zwei interessante Beiträge zum Thema Wortakzent und Rechtschreibung (um genau zu sein: Zusammenschreibung) gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
Intercom ist ein Lingua2-Projekt. Unter dem Moto “You don’t speak all the languages of the European Union? Still, you are certainly capable of understanding.” werden 4 Module zu den Sprachen Deutsch, Griechisch, Bulgarisch und Portugiesisch angeboten.
Die deutsche Welle hat zur Zeit unter dem Titel Streiten über Deutsch eine Serie zur deutschen Sprache und ihrer Stellung in der Welt im Programm. Unten seht ihr das Info Video dazu.
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=pMlGAyHzsUg (Die Ausschnitte mit Bas Boettcher findet ihr übrigens von 0.32-0.55 und von 2.47-3.20.)