Begleitband zum GER

8. Mai 2018

Seit einiger Zeit ist der Begleitband zum gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen online (en /fr).

Im Zusatzband findet man viele neue Skalen (z.B. zur online-Interaktion, zur Sprachmittlung, zum Prä-A1-Niveau ), Ergänzungsdeskriptoren zu alten Skalen (z.B. zum Hörverstehen) und neue Skalen zur Aussprache, die die alte (leider nicht besonders brauchbare) ersetzen.

Lesenswert finde ich auch die einleitenden Texte, die zusammenfassen, was der Referenzrahmen eigentlich will, erklären, wie die Skalen erstellt bzw. ergänzt wurden und einige Missverständnisse ausräumen. Falls ihr nie dazugekommen seid, den eigentlichen Referenzrahmen (de / en)  zu lesen (und das ist nicht dasselbe wie die Skalen mit den Deskriptoren :-) ), möchte ich euch gerne wenigstens diese kürzeren Texte ans Herz legen.

 

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2 Kommentar schreiben Kommentar schreiben

  • 1. Eva Lacroix  |  9. Mai 2018 um 13:14

    Liebe Cornelia,
    danke für dein GER-Post. Ich habe das Erscheinen der ergänzenden Fassung regelrecht abgepasst und finde, ganz wie Du, die Zusammenfassungen hilfreich. Ausserdem begrüsse ich es, dass farblich hervorgehoben wird, welche Deskriptoren bzw. Erläuterungen der Deskriptoren neu sind und welche schon vorher benutzt wurden. Alles Neue ist anscheinend nicht unumstritten; siehe diese Onlinetribune, mit der sich die Vereine Acedle, Asdifle, Transit-Lingua an den Europarat gewandt haben:
    http://www.asdifle.com/sites/default/files/Tribune_expansionCECRL_signataires.pdf

    In der Hoffnung, dass bei Dir alles gut läuft, grüsst Dich Eva.

  • 2. Cornelia  |  13. Mai 2018 um 19:54

    Liebe Eva

    Schön von dir zu hören! Und danke für den Hinweis auf die Kritik. Das wäre eigentlich einen eigenen Blog-Post wert, aber jetzt antworte ich einfach auf deinen Kommentar. Der Text richtet sich aber natürlich nicht explizit an dich, ich ergreife einfach die Gelegenehit, meinen mageren Ausgangsbeitrag zu erweitern :-)

    ****

    Dass ein Werk wie der Referenzrahmen, der sich an viele verschiedene Zielgruppen richtet und viele Interessen unter einen Hut bringen muss, nicht alle restlos glücklich macht, überrascht ja nicht, aber diese Sicht auf den Referenzrahmen scheint mir dann doch ziemlich düster.
    Meiner Meinung nach hat er mehr Positives als Negatives gebracht. Gut ist zum Beispiel, dass er tatsächlich beschreibt (und zwar auch für tiefe Stufen), was Lernende können, statt nur Defizite festzustellen, dass er die Diskussion über (Teil-)Lernziele und ihre adäquate Berücksichtigung stärker in den Fokus gerückt hat und dass er eine Metasprache für das Sprechen über Sprachkometenz bietet, auch wenn – wie bei normalen Sprachen auch – nicht immer alle unter einem Begriff genau dasselbe verstehen. Ich möchte nicht in eine Zeit zurück, in der man sprachliche Kompetenz (etwas überspitzt formuliert) in Unterrichtsstunden misst.

    Ich finde es – für Lernende wie für Lehrende – hilfreich, einen Beispielkatalog von möglichen Lernzielen zu haben, aus denen man das für die Zielgruppe relevante auswählt. Die Orientierung an den Bedürfnissen der Zielgruppe ist meiner Meinung nach eine der zentralen Botschaften des Referenzrahmens.
    Die Skalen sind Beispiele, die nicht alle auf eine Zielgruppe angewendet werden können und sollen. Aber bei der Auswahl (bzw. der Ergänzung) sollte natürlich sichergestellt werden, das wirklich die Interessen der Zielgruppe berücksichtigt werden und nicht nur diejenige von anderen involvierten Interessengruppen wie z.B. Behörden, die ja z.B. nicht unbedingt ein Interesse daran haben müssen, dass Geflüchtete studieren können oder Ähnliches . Deshalb finde ich es z.B. gut, dass es jetzt die Skala „Reading as a leisure activity“ gibt, da das Interesse an Literatur für viele Lernende ein Beweggrund ist (ohne per se „nützlich“ zu sein) und es dadurch vielleicht bei der Planung eines Curriculums weniger vergessen geht und eine solche Skala vor allem Anahaltspunkte gibt, was auf welchem Niveau sinnvoll sein könnte. Jetzt aber von allen Lernenden zu verlangen, dass sie zum Vergnügen Lesen müssen, fände ich auch daneben (viele unserer Studenten lesen in der Muttersprache nicht zum Vergnügen) und ist ja auch nicht die Idee hinter den Skalen und Deskriptoren. Deshalb finde ich auch die einleitenden Kapitel zum Begleitband so wichtig, wo unter anderem noch einmal erklärt wird, dass C2 nicht nach irgendeiner muttersprachlichen Kompetenz modelliert wurde (S. 35) und vor allem detailliert noch einmal auf verschiedene Profile (die eben nicht flach und lückenlos sind (S. 36-40)) und die Deskriptoren und den Umgang mit ihnen (S. 40-44) eingegangen wird.

    Ich empfinde die Skalen, die immerhin von ein paar hundert Gewährspersonen kalibriert wurden als hilfreichen Zwischenschritt zwischen Bauchentscheiden einzelner und sprachwissenschaftlicher Grundlagenforschung an Lernerdaten, die es aber meines Wissens in vielen Bereichen einfach noch nicht (in genügender Qualität) gibt. English Profile (http://www.englishprofile.org/) ist das einzige grossangelegte Projekt, das ich kenne, das untersucht, welcher Wortschatz bzw. welche Grammatikstrukturen auf welchen Niveaustufen erworben werden. Aber vielleicht bin ich da einfach nicht à jour.

    Problematisch finde ich in der Tat, dass der Referenzrahmen zum Teil wie eine Bibel behandelt wird, was sowohl bedeutet, dass man Beispielhaftes als Norm nimmt bzw. ausblendet, was gerade nicht passt (indem man zum Beispiel pars pro toto die Skalen mit dem Referenzrahmen gleichsetzt und meint, relevant sei nur, was in Tabellenform daherkommt.
    Ich frage mich aber, ob es wirklich die Schuld des Referenzrahmens ist, dass unrealistische oder nicht sinnvolle Anforderungen an Geflüchtete gestellt werden oder ob man da nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet.

    Die Diskussion was genau wie wem vermittelt werden soll, darf aber natürlich nicht beim Referenzrahmen (oder seinem Begleitband) aufhören, sondern sollte dort anfangen. Und die Frage, was in welcher Form getestet werden kann oder überhaupt soll und was auch ohne Zertifizierung (für wen) ein relevanter Unterrichtsgegenstand ist, ist sehr wichtig und sollte von möglichst vielen Interessegruppen geführt werden.
    Insofern sind auch offene Briefe wie der verlinkte wichtig, weil sie Diskussionen anstossen.
    Noch schöner wäre es allerdings, wenn daraus mehr Forschungsprojekte mit genügend grosser Probandenzahl resultieren würden und sich das Denken in Profilen statt in flachen Niveaus tatsächlich durchsetzen würde.

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