{"id":962,"date":"2009-07-28T21:07:02","date_gmt":"2009-07-28T20:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=962"},"modified":"2009-09-14T11:38:52","modified_gmt":"2009-09-14T10:38:52","slug":"das-z","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/07\/28\/das-z","title":{"rendered":"Das Z"},"content":{"rendered":"<p>Noch ein kleiner Phonetikexkurs, diesmal zum Buchstaben z, der von vielen Lernenden gerne ignoriert und durch stimmhaftes s ([z]) substituiert wird. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr, dass ich in einem B2\/C1-Kurs etwas behandelt habe, das ich sonst in den Anfangsunterricht einbaue, war das Wort &#8222;Sahnarstin&#8220;, dass ich mir dreimal ab Audiodatei anh\u00f6ren musste, bevor der Groschen &#8211; oder besser der Rappen &#8211; endlich viel und ich das Wort &#8222;Zahn\u00e4rtzin&#8220; erkannte.<\/p>\n<p>Dass auch viele Fortgeschrittene mit dem Z zu k\u00e4mpfen haben, liegt wohl vor allem daran, dass sich Deutsch f\u00fcr diese Affrikate einen Buchstaben ausgesucht hat, der in sehr vielen anderen Sprachen anders besetzt ist, n\u00e4mlich mit dem stimmhaften s, dass im IPA so verschriftet wird: [z]. Wenn Lernende z wie ein stimmhaftes s sprechen, ist das wohl vor allem auf eine Schriftinterferenz zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dast ist vermutlich auch ein Indiz daf\u00fcr, dass der Ausspracheunterricht im allgemeinen und die Phonemgraphembeziehungen im besondern am Anfang oft vernachl\u00e4ssigt werden. Aber dar\u00fcber zu jammern, was andere h\u00e4tten besser machen k\u00f6nnen, ist ja wirklich nicht sehr konstruktiv. Ausserdem ist es gar nicht n\u00f6tig, denn unser z-Laut ist n\u00e4mlich ziemlich einfach zu produzieren: er setzt sich n\u00e4mlich aus t und s zusammen, die ganz dicht nacheinander artikuliert werden; man rutscht gewissermassen vom Verschluss des t direkt ins s. Das h\u00f6rt sich komplizierter an, als es ist. In 99% der F\u00e4lle funktioniert es bei mir, wenn ich die Lernenden bitte, t und s immer schneller nacheinander zu artikulieren. Auch die phonetische Schrift hilft in diesem Fall als Ged\u00e4chtnisst\u00fczte: [ts] (evtl. noch mit einem Bogen drunter, der beide Buchstaben verbindet, aber das ist im Web nicht so einfach darzustellen).<\/p>\n<p>Es ist auch sinnvoll, den Lernenden zu zeigen, dass das z nicht eine Verziehrung ist, sondern eine Bedeutungsunterscheidene Funktion hat: Wenn man Beispiele wie zwingen und swingen, Reis und Reiz, sehen und Zehen bringt, kann man die Leute auch schon mal zum Lachen bringen und damit ist die Botschaft schon halb verankert und angekommen. Allerdings eigenen sich diese Beispiel halt schon eher f\u00fcr Fortgeschrittene.<\/p>\n<p>Zum \u00dcben eigent sich zum Beispiel der Zungenbrecher: Zehn zahme Ziegen zogen am zehnten zehnten zehn Zenter Zucker zum Zoo. Hier habt ihr ein paar Versionen davon:<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"425\" height=\"344\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/H9Zbiko1lI4&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"425\" height=\"344\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/H9Zbiko1lI4&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>F\u00fcr Anf\u00e4nger kann man den Zungenbrecher \u00fcbersetzen und\/oder k\u00fcrzen, zum Beispiel: Zehn Ziegen ziehen zehn Zentner Zucker zum Zoo.<\/p>\n<p>Noch viel besser ist es, wenn man mit Material \u00fcbt, das einen Bezug zur Lektion hat. Es braucht auch gar nicht so viele Zs pro Satz zu haben. Zwei oder drei gen\u00fcgen, daf\u00fcr repetiert man das Z aber in einem nat\u00fcrlichen Kontext und aktiviert auch gleich nochmal vorgekommene W\u00f6rter, Ausdr\u00fccke und Strukturen. Dabei kann man auch Z-Schreibungsvarianten  wie tz (sitzen), t (Position) ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Wie gesagt, die Bildung des z ist gem\u00e4ss meiner Erfahrung f\u00fcr die \u00dcberwiegende Mehrheit nicht so schwer, die eigentliche Arbeit besteht darin, die Phonem-Graphem-Beziehung (z wird ts gesprochen) zu festigen und die W\u00f6rter, die Jahrelang falsch gesprochen wurden, neu zu lernen. Je fr\u00fcher das anf\u00e4ngt &#8211; und sei es auch nur nebenbei &#8211; desto besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch ein kleiner Phonetikexkurs, diesmal zum Buchstaben z, der von vielen Lernenden gerne ignoriert und durch stimmhaftes s ([z]) substituiert wird. 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