{"id":897,"date":"2009-06-20T19:19:44","date_gmt":"2009-06-20T18:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=897"},"modified":"2010-02-17T07:29:56","modified_gmt":"2010-02-17T06:29:56","slug":"gleichberechtigung-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/06\/20\/gleichberechtigung-in-der-schweiz","title":{"rendered":"Geschlechterrollen und Gleichberechtigung"},"content":{"rendered":"<p>Rollenverteilung und Gleichberechtigung mache ich immer wieder Mal zum Thema in meinen Kursen. Jeder hat dazu eine Meinung, es eignet sich f\u00fcr interkulturelle\u00a0 Vergleiche und gerade die Schweiz bietet mit ihrer Geschichte ein paar interessante Diskussionsaufh\u00e4nger. Im Folgenden habe ich euch ein paar Materialien zusammengestellt und kommentiert.<\/p>\n<p><strong>Frauenstimmrecht<\/strong><br \/>\nWann das Frauenstimmrecht in verschiedenen L\u00e4ndern eingef\u00fchrt wurde und warum es in der Schweiz bis 1971 gedauert hat, habe ich mal in einem Audiobeitrag auf Audiolingua erkl\u00e4rt:<br \/>\n[audio:http:\/\/www.audio-lingua.eu\/IMG\/mp3\/frauenstimmrecht.mp3]<\/p>\n<p>Mehr Informationen findet man im excellenten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frauenstimmrecht_in_der_Schweiz\">Wikipediaartikel zum Frauenstimmrecht<\/a> in der Schweiz.<\/p>\n<p>Wichtig zu wissen ist auch, dass es keineswegs nur die M\u00e4nner waren, die gegen das Frauenstimmrecht waren. Auch Frauen z\u00e4hlten zu den Gegnern. Da 1971 aber 66% der M\u00e4nner daf\u00fcr stimmten, bekamen die Frauen das Stimmrecht auf eidgen\u00f6ssischer Ebene und in vielen Kantonen auch auf Kantons- und Gemeindeebene. Eine Ausnahme war zum Beispiel der Kanton Appenzell Innerrhoden. Noch 1990 lehnten die M\u00e4nner die Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechtes ab. Im folgenden Video sieht man diese Landsgemeinde.<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"378\" height=\"346\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"wmode\" value=\"transparent\" \/><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"scale\" value=\"noscale\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.sf.tv\/videoplayer\/embed\/c43bc57e-f647-4385-8c22-e52c2a735e79&amp;live=false\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"378\" height=\"346\" src=\"http:\/\/www.sf.tv\/videoplayer\/embed\/c43bc57e-f647-4385-8c22-e52c2a735e79&amp;live=false\" scale=\"noscale\" allowfullscreen=\"true\" wmode=\"transparent\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Der B\u00e4rtige, der nach dem Regierungsvertreter im Film gezeigt wird, sagt auf Hochdeutsch folgendes: &#8222;Ich muss jetzt kurz sagen wie es ist, wie ich es sehe, unsere Innerrohder Frauen wollen \u00fcberhaupt das Frauenstimmrecht gar nicht und dann die paar Frauen, diese F\u00fcnf-vor-Zw\u00f6lf Frauen, die dem Mann erst kochen, f\u00fcnf Minuten bevor er kommt, brauchen wir auch nicht in der Regierung. Ich habe geschlossen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Abstimmungsfrage und das Ergebnis brauchte ich wohl nicht zu \u00fcbersetzen, aber der Vollst\u00e4ndigkeit halber: &#8222;Wer dem Landsgemeindebeschluss nicht zustimmen will, der bezeuge es mit der Hand. &#8211; Das Frauenstimmrecht ist abgelehnt.&#8220;<\/p>\n<p>Noch dieser Landsgemende reichte eine Frau Beschwerde beim Bundesgericht ein und schliesslich wurde das Frauenstimmrecht in AI auf Bundesgereichtsbeschluss eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Dossier &#8222;<a href=\"http:\/\/www.sf.tv\/sfwissen\/dossier.php?docid=15233&amp;navpath=pol\/inl\">Demokratie<\/a>&#8220; findet man den Beitrag <strong>Weniger W\u00e4hlerinnen<\/strong> (etwa in der Mitte der Seite) aus dem Jahr 2007. Es geht darin darum, dass die Zahlen weiblicher W\u00e4hler r\u00fcckl\u00e4ufig sind und um die verschiedenen Strategien mit denen die  Parteien wieder mehr Frauen an die Urne holen wollen.<\/p>\n<p><strong>Gleichberechtigung im Alltag<\/strong><br \/>\nIn der Sendung &#8222;leben live&#8220; wurde  ein R\u00fcckblick auf die  Rolle der Frauen im Jahr 68 gemacht (im Dossier <a href=\"http:\/\/www.sf.tv\/sfwissen\/dossier.php?docid=17306&amp;navpath=his\">68-er Lebensstil<\/a>, 1. Beitrag mit dem Titel &#8222;Frauen 1968&#8220;). Die Anmoderation ist auf Schweizerdeutsch, ab 0.25 folgt dann der hochdeutsche Kommentar, der nur noch von einigen kurzen Dialektsequenzen utnerbrochen wird, die ich euch im folgenden Wiedergebe. Der Dialog von Fernesehmoderator M\u00e4ni Weber mit seiner Assistentin liest sich auf Hochdeutsch etwa so:<\/p>\n<ul>\n<li>MW: ein Bleistift, Vreni<\/li>\n<li>V gibt ihm den Bleistift<\/li>\n<li>MW: Es geht zu wie im Operationssaal<\/li>\n<li>MW: Vreni, Sie wollen aber nicht etwa Mal reden<\/li>\n<li>V: Doch, doch ich will mal reden<\/li>\n<li>MW: Frauen &#8211; kaum sind sie mal eine Zeit lang am Bildschirm wollen sie auch schon reden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>1968 war das Frauenstimmrecht erst in einigen Kantonen eingef\u00fchrt, aber nat\u00fcrlich muss es negative Folgen gehabt haben. So \u00e4ussert sich &#8230; &#8222;Vielleicht muss man sagen, dass das Frauenstimmrecht die bestehende Tendenz die heute allgemein beteht, n\u00e4mlich die Auflockerung der Parteidisziplin, versterckt hat. &#8220; Wie gesagt, 3 Jahre sp\u00e4ter wurde es trotzdem auf Bundesebene und fast \u00fcberall auch Kantonal eingef\u00fchrt. Im selben Film kommt auch ein Interview mit einer jungen Frau vor, die als erste Studentin in Biel ans Tech ging. Sie sagt: &#8222;Sie wollten einfach keine nehmen &#8211; M\u00e4dchen. Sie haben gesagt, das sei ein Herrenberuf.&#8220; Auf die Frage des Interviewers, wie das Gef\u00fchl sei, das einzige M\u00e4dchen in einer Klasse voller Jungen zu sein und ob sie viel umworben werde, antwortet sie &#8222;Ja, eigentlich ganz lustig. [&#8230;] Jetzt sind sie es sich langsam gew\u00f6hnt, dass ich da bin. Am Anfang waren sie ein bisschen \u00fcberrascht.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Jahr nach Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts wurde dieser Beitrag zu Frauen in &#8222;M\u00e4nnerberufen&#8220; ausgestrahlt, um zu illustrieren, dass die Emanzipation bereits weiter sei, als die sp\u00e4te Einf\u00fcrhung des Frauenstimmrechtes vermuten liesse:<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"378\" height=\"346\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"wmode\" value=\"transparent\" \/><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"scale\" value=\"noscale\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.sf.tv\/videoplayer\/embed\/b76cd791-4c79-4aa2-8514-d99b402d3d35&amp;live=false\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"378\" height=\"346\" src=\"http:\/\/www.sf.tv\/videoplayer\/embed\/b76cd791-4c79-4aa2-8514-d99b402d3d35&amp;live=false\" scale=\"noscale\" allowfullscreen=\"true\" wmode=\"transparent\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Im Dossier <a href=\"http:\/\/www.sf.tv\/sfwissen\/dossier.php?docid=10139&amp;navpath=wir\">Berufswahl<\/a> findet man den Beitrag &#8222;Immer mehr Studierende sind Studentinnen&#8220; aus dem Jahr 2006 (ziemlich weit unten). Darin erf\u00e4hrt man viel \u00fcber interessante Zahlen zum Bildungssystem und es geht auch um die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Studienwahl von jungen Frauen und M\u00e4nnern. Die unten wiedergegebenen \u00c4usserungen finde ich sehr interessant.<\/p>\n<ul>\n<li> Studentin 1: Also ein Studium, das einem eine gute Basis gibt f\u00fcr sp\u00e4ter und ich wollte mich noch nicht festlegen, was ich sp\u00e4ter werden will.<\/li>\n<li> Studentin 2: Also Verdienen nat\u00fcrlich, da w\u00fcrde man l\u00fcgen, wenn man sagen w\u00fcrde Nein. Ich finde es auch wichtig, dass man es gut mit der Familie kombinieren kann, vor allem als Frau.<\/li>\n<li> Student: Hauptsache, ich kann meine Frau und meine Kinder ern\u00e4hren. Darauf kommt es an.<\/li>\n<li> Studentin 3: In 10 Jahren w\u00fcrde ich eigentlich gerne eine Familie gr\u00fcnden, aber ich weiss halt noch nicht wie weit ich dann beruflich bin und darum ist halt auch der Grund Leher, damit man teilzeit arbeiten k\u00f6nnte, weil eine Familie ist f\u00fcr mich etwas sehr Wichtiges.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Arbeits- und Bildungswelt hat sich seit der Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechtes viel ver\u00e4ndert. In wie weit der Anspruch &#8222;Gleiche Rechte und Pflichten&#8220; im Haushalt umgesetzt wird, kann man im <a href=\"http:\/\/www.nzzfolio.ch\/www\/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470\/showarticle\/1c5893a2-c709-453e-9ee3-4d246351c28f.aspx\">NZZ-Folio<\/a> nachlesen. Einen Vergleich f\u00fcr Holland, Belgien, Deutschland und die Schweiz findet man hier: http:\/\/www.scinexx.de\/wissen-aktuell-5731-2006-12-01.html<\/p>\n<p>So, damit lasse ich es f\u00fcr heute bewenden, obwohl es sicher nicht schaden k\u00f6nnte, noch einiges Material aus der M\u00e4nnerperspektive zu sammeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rollenverteilung und Gleichberechtigung mache ich immer wieder Mal zum Thema in meinen Kursen. Jeder hat dazu eine Meinung, es eignet sich f\u00fcr interkulturelle  Vergleiche und gerade die Schweiz bietet mit ihrer Geschichte ein paar interessante Diskussionsaufh\u00e4nger. 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