{"id":29,"date":"2005-06-26T21:42:52","date_gmt":"2005-06-26T19:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=29"},"modified":"2005-06-26T21:48:12","modified_gmt":"2005-06-26T19:48:12","slug":"deutsch-in-anderen-sprachen-und-umgekehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2005\/06\/26\/deutsch-in-anderen-sprachen-und-umgekehrt","title":{"rendered":"Deutsch in anderen Sprachen und umgekehrt"},"content":{"rendered":"<p>In seinem Artikel <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/zwiebelfisch\/0,1518,356502,00.html\">Weltsprache Deutsch<\/a> schreibt Sebastian Sick \u00fcber deutsche <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lehnwort\">Lehnw\u00f6rter<\/a>. Viele dieser W\u00f6rter haben sich auf ihrer Reise in eine andere Sprache ver\u00e4ndert, klingen ein bisschen anders oder haben eine etwas andere Bedeutung bekommen. Das japanische Wort &#8222;arubaito&#8220; hat beides mitgemacht. Zwischen die beiden Konsonanten r und b ist ein Vokal gerutscht und das Wort bezeichnet nur Teilzeitarbeit.<\/p>\n<p>Wenn ich eine Sprache lerne, freue ich mich \u00fcber alle W\u00f6rter, die ich schon aus einer anderen Sprache kenne. Sie sind wie Inseln in einem Sprachenmeer.  Die W\u00f6rter, die man findet, sind oft eine \u00dcberraschung. Als ich in einem italienischen Text von &#8222;Sein&#8220; und &#8222;Dasein&#8220; las, war ich erstaunt und das franz\u00f6sische Wort &#8222;ersatz&#8220; in Albert Cohens &#8222;le livre de ma m\u00e8re&#8220; h\u00e4tte ich zwischen all den franz\u00f6sischen W\u00f6rtern beinahe nicht erkannt. Aber es m\u00fcssen nicht immer nur Deutsche W\u00f6rter sein. Auch lateinische Lehnw\u00f6rter in englischen Texten haben mir schon sehr geholfen.<\/p>\n<p>Lehnw\u00f6rter sind f\u00fcr Fremdsprachenlerner also doppelt gut. Einige deutsche W\u00f6rter kennt ihr schon aus eurer Muttersprache oder einer anderen Fremdsprache und umgekehrt findet ihr im Deutschen auch W\u00f6rter, die ihr aus eurer Sprache kennt.<br \/>\nEine polnische Studentin hat mir vor Jahren erz\u00e4hlt, dass sie sich das Wort &#8222;graben&#8220; besonders gut merken k\u00f6nne, weil das polnische Wort f\u00fcr Totengr\u00e4ber ganz \u00e4hnlich sei (Ich glaube es war &#8222;grabasch&#8220; oder so, aber ich habe keine Ahnung, wie man das schreibt).<\/p>\n<p>Zugegeben, einige W\u00f6rter sehen so aus, als h\u00e4tten sie miteinander zu tun, aber eigentlich bedeuten sie ganz verschiedene Dinge. Englisch &#8222;become&#8220; ist so ein Fall. Die deutsche \u00dcbersetzung ist nicht &#8222;bekommen&#8220;, sondern &#8222;werden&#8220;. Den Satz &#8222;I&#8217;d like to become a steak&#8220; habe ich beim \u00dcben im Unterricht schon selber produziert. Mein Lehrer hat damals nur gelacht.<br \/>\nMan sollte aber keine zu grosse Angst vor solchen <em>falschen Freunden<\/em> haben. Manchmal konnte ich mir ein Wort sogar deshalb merken, weil es eben nicht heisst, was ich vermutet hatte. Wenn der Satz keinen Sinn ergibt, hilft ein Griff zum W\u00f6rterbuch. <\/p>\n<p>Meine neueste Entdeckung im Englischen ist das Wort &#8222;festschrift&#8220; (eine Sammlung von Aufs\u00e4tzen zu Ehren eines Wissenschaftlers). Und ihr, was habt ihr gefunden?<\/p>\n<hr \/>\n<p>In his article <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/zwiebelfisch\/0,1518,356502,00.html\">Weltsprache Deutsch<\/a> Sebastian Sick writes about German <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Loanword\">loanwords<\/a>. Many of those words  changed in meaning and appearance during their journey into another language.  The Japanese word &#8222;arubaito&#8220; experienced both forms of change. A vowel slipped between the consonants r and b and the word is used to speak about part time jobs only and not about work in general. <\/p>\n<p>When learning a new language I am happy about every word I already know from another language. To me, they are like islands in the sea of language.  It&#8217;s often a surprise what words you find. I was astonished when I found &#8222;Sein&#8220; and &#8222;Dasein&#8220; in an Italian text  and I hardly recognised the word &#8222;ersatz&#8220; in Albert Cohen&#8217;s &#8222;le livre de ma m\u00e8re&#8220; among all those French words. However, not only German loan words are useful. Latin words have been a big help to me too.<\/p>\n<p>Learners of a foreign language benefit doubly from loanwords. Some German words you already know from your mother tongue or from another  foreign language, and words from your mother tongue or foreign languages you speak have been incorporated into German.<br \/>\nA student from Poland told me years ago why it is easy for her to memorise the word &#8222;graben&#8220;. The Polish word for gravedigger (Totengr\u00e4ber) sounds very similar.<\/p>\n<p>Admittedly, some words look related, even if they mean something completely different.  The English word &#8222;become&#8220; is a good example. The German translation is not &#8222;bekommen&#8220;, but &#8222;werden&#8220;. When practising in English  class I once said: &#8222;I&#8217;d like to become a steak&#8220;. My teacher only laughed at me.<br \/>\nDon&#8217;t be too afraid of such <em>false friends<\/em>. Sometimes I was able to remember a word because it <strong>didn&#8217;t<\/strong> mean what I had originally thought. If the translation does not make any sense look it up in a dictionary.<\/p>\n<p>My most recent discovery in English  is the word &#8222;festschrift&#8220; (a collection of articles or essays in honour of a scholar). And what about you? What did you find?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen Sprachen gibt es deutsche Lehnw\u00f6rter, aber auch Deutsch selbst hat viele W\u00f6rter importiert (with English version). <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,7],"tags":[157],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}