{"id":1037,"date":"2009-08-15T00:28:20","date_gmt":"2009-08-14T23:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=1037"},"modified":"2009-09-14T10:19:56","modified_gmt":"2009-09-14T09:19:56","slug":"deutsch-mit-rhythmus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/08\/15\/deutsch-mit-rhythmus","title":{"rendered":"Deutsch mit Rhythmus"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/zif.spz.tu-darmstadt.de\/jg-12-2\/navigation\/startbei.htm\">Zeitschrift f\u00fcr interkulturellen Fremdsprachenunterricht<\/a> (ZIF) bringt immer wieder interessante Beitr\u00e4ge. Heute m\u00f6chte ich auf die <a href=\"http:\/\/zif.spz.tu-darmstadt.de\/jg-12-2\/navigation\/startbei.htm\">Ausgabe vom Mai 2007<\/a> (12 Jg., Nr. 2) verweisen, die ganz der <strong>Phonetik im Deutsch als Fremdspracheunterricht<\/strong> gewidmet ist. Da die Rhythmisierung immer noch ein Bereich ist, der gerne vernachl\u00e4ssigt wird und zu dem in Lehrwerken wenig Material geboten wird (auch wenn die Situation langsam besser wird), m\u00f6chte ich besonders den Artikel <em><a href=\"http:\/\/zif.spz.tu-darmstadt.de\/jg-12-2\/docs\/Fischer.pdf\">Deutsche Aussprache &#8211; Lernen mit Rhythmus<\/a><\/em> von <a href=\"http:\/\/www.phonetik-atelier.de\/\">Andreas Fischer<\/a> hervorheben.<\/p>\n<p>Fischer propagiert den nat\u00fcrlichen deutschen Sprechrhytmus als Basis jeder Ausspracheschulung. K\u00f6rpersprache und Rhytmusinstrumente werden zur Unterst\u00fctzung eingesetzt. Ein Beispiel daf\u00fcr, wie das in der Praxis aussieht, findet man in <a href=\"http:\/\/www.phonetik-atelier.de\/files\/kommhergehraus.wmv\">diesem Video von seiner Homepage<\/a>.<\/p>\n<p>Der Artikel in der ZiF besteht zum gr\u00f6ssten Teil aus Ausz\u00fcgen aus seinem Buch &#8222;<em>Deutsch lernen mit Rhythmus<\/em>&#8222;. Besonders hilfreich ist, dass das Pdf mit zahlreichen Videos verlinkt ist, die illustrieren, wie sich das in der Praxis anh\u00f6rt und aussieht. Zum Beispiel kann man sich\u00a0 verschiedene phonetische Gesten <em>(Kap. 2.4, ab Seite 6)<\/em> im Einsatz ansehen, die je nachdem zur Bewusstmachung, Unterst\u00fctzung und Korrektur dienen k\u00f6nnen. Auch die im Artikel erw\u00e4hnten Sprechst\u00fccke sind nicht nur mit Notennotation, sondern auch mit einem Videobeispiel illustriert.<\/p>\n<p>Besonders toll finde ich, dass Herr Fischer zeigt, dass man fast jeden Text zur Arbeit an der Prosodie und damit an der Aussprache im Allgemeinen einsetzen kann. Phonetik wird so weniger zum Extra, dass man auch noch machen muss und eher zum selbstverst\u00e4ndlich integrierten Bestandteil des Unterrichts. Es w\u00e4re zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis m\u00f6glichst weit verbreitet.<\/p>\n<p>Fischer hat seine Methode haupts\u00e4chlich f\u00fcr den Primarbereich entwickelt, kann aber auch Beispiele f\u00fcr den erfolgreichen Einsatz in der Sekundarstufe anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich selber setze auch phonetische Gesten ein uns sie werden von den Studenten, die aus unterschiedlichsten Kulturen kommen und meistens zwischen zwanzig und dreissig Jahre alt sind, gut angenommen. Ich ben\u00fctze phonetische Gesten, weil man sie w\u00e4hrend des Sprechens prallel benutzen kann und viele von ihnen nicht nur eine Merk-, sondern eine echte Artikualtionshilfe darstellen (zum Beispiel das &#8222;Schlagen&#8220; beim Wortaktzent. Beim Ungarischlernen (eine Sprache mit ausgepr\u00e4gtem Erstsilbenakzent) habe ich das auch selber ausprobiert und es hat mir geholfen). Auch das Summen ist sehr n\u00fctzlich, weil es den Lernenden hilft, Intonation, Akzent und Rhytmus wahrzunehmen und das ist ja der erste Schritt zum korrekten nachsprechen. Was den Einsatz von Rhythmusinstrumenten betrifft, bin ich zur\u00fcckhaltender. Ich lasse meine Studenten zwar auch rhythmisch sprechen und klatschen, aber dabei ist es bisher geblieben, hat aber auch schon viel gebracht.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach leistet Herr Fischer einen wichtigen Beitrag zu sinnvoller Aussprachearbeit im Unterricht. Ein kleiner Wermutstropfen aber bleibt, und das ist die Sprache seiner Erl\u00e4uterungen. Wenn ich S\u00e4tze lese wie &#8222;Die Kunst ist, rhythmischen Wohllaut massvoll zu dosieren, instinktsicher oder wohl\u00fcberlegt; sich in Halbs\u00e4tzen dem Vers anzun\u00e4hern, aber rechtzeigig den Rhythmus zu wechslen, um nicht an den Marmorklippen der Manieriertheit zu zerschellen&#8220; (Kap. 2.6, S 10.) frage ich mich schon, ob man das nicht etwas weniger umst\u00e4ndlich und daf\u00fcr direkter ausdr\u00fccken k\u00f6nnte und sollte. Ich w\u00fcrde auch aber auf jeden Fall empfehlen, wenigstens einige der verlinkten Videos anzuschauen und die Erl\u00e4uterungen dazu zu lesen. Ich finde, sie machen Lust, etwas \u00c4hnliches auszuprobieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeitschrift f\u00fcr interkulturellen Fremdsprachenunterricht (ZIF) bringt immer wieder interessante Beitr\u00e4ge, heute m\u00f6chte ich auf die Ausgabe vom Mai 2007 (12 Jg., Nr. 2) verweisen, die ganz der Phonetik im Deutsch als Fremdspracheunterricht gewidmet ist. 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