{"id":976,"date":"2009-08-04T21:09:33","date_gmt":"2009-08-04T20:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=976"},"modified":"2009-09-13T16:56:13","modified_gmt":"2009-09-13T15:56:13","slug":"idt-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/08\/04\/idt-die-zweite","title":{"rendered":"IDT, die zweite"},"content":{"rendered":"<p>So, gestern hat sie endlich angefangen, die IDT. Obwohl so viele Leute da sind, habe ich schon erstaunlich viele Leute getroffen, die ich kenne. Dass ich auch schon viele neue kennengelernt habe, hat mich da schon weniger \u00fcberrascht. Die allgemeine Stimmung ist bisher \u00fcbrigens sehr gut. Irgendwie wie ein grosses Deutschfest. Ich finde das Tagungsgel\u00e4nde bisher auch erstaunlich \u00fcbersichtlich. Ich habe mir das alles viel verwirrender vorgestellt.<\/p>\n<p>Am Montagnachmittag war ich in der Sektion E4, wo es um Web 2.0 Anwendungen geht. Einmal mehr ist mir aufgefallen, dass ich die an die Vortr\u00e4ge anschliessenden Fragen und Kommentare meistens sehr viel spannender finde, als die Vortr\u00e4ge selbst (wobei man nat\u00fcrlich nie vergessen darf, dass sie durch die Vortr\u00e4ge erst erm\u00f6glicht werden). Die Kommentare und Fragen betreffen halt meistens die Punkte, an denen noch Baustellen bestehen und genau die sind ja interessant. Im Folgenden schreibe ich \u00fcber ein paar der Baustellen an denen ich entweder h\u00e4ngengeblieben bin, oder die mir sonst irgendwie wichtig erscheinen. Es sind auf jeden Fall immer <strong>subjektive Eindr\u00fccke und \u00dcberlegungen<\/strong> zum Teil 1a (Sektion E4).<\/p>\n<p>In mehreren Vortr\u00e4gen wurde erw\u00e4hnt, dass die <strong>Infrastrukur f\u00fcr die Nutzung von Web 2.0 <\/strong>kaum noch ein Problem sei und in der Regel zur Verf\u00fcgung stehe.\u00a0 Zwei Stunden vorher hat mir aber ein Iraker beim Mittagessen erz\u00e4hlt, dass es an seiner Uni als einziges Medium Kreide und Tafel gebe und das sch\u00e4tzungsweise nur 10% der Iraker Zugang zum Internet h\u00e4tten. Sein Kollege f\u00fcgte an, dass bei einer Umfrage in einer Gruppe von Studenten nur drei (ich glaube von 20) eine E-Mail-Adresse gehabt h\u00e4tten. Im Prinzip wusste ich schon, dass unser Zugang zum Netz und zu Infrastruktur nicht auf der ganzen Welt Realit\u00e4t ist, aber es ist doch was anderes, das so zu h\u00f6ren und dass die Infrastruktur auch oder gerade an Unis so schlecht ausgebaut ist, hat mich dann doch \u00fcberrascht.\u00a0 Immerhin meinte mein Gespr\u00e4chspartner, dass der Internetzugang im Irak vergleichsweise g\u00fcnstig sei. Ich weiss jetzt nicht so recht, ob Web2.0 in absehbarer Zeit in Kontexten m\u00f6glich sein wird, in denen jetzt selbst CD-Player nicht zur Verf\u00fcgung stehen oder ob im Gegenteil das Internet und alles was dazu geh\u00f6rt doch relativ bald zu einer grossen Chance werden kann, denn schliesslich haben sich heute in vielen abgelegenen Gebieten, in denen es nie Festnetz gab, Mobiltelefone durchgesetzt.<\/p>\n<p>Aus den Diskussionen ist mir geblieben, dass Web2.0 und <strong>Urheberrecht<\/strong> wirklich ein Thema ist, bei dem noch sehr viele Fragen offen sind. Von Land zu Land unterschiedliche Gesetzgebungen machen das Thema f\u00fcr so eine herkunfstm\u00e4ssig durchmischte Tagung aber sehr schwierig. Positiv erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich in diesem zusammenhang die <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/german\">deutsche Welle<\/a>, die sich nicht nur einige M\u00fche macht, Inhalte in verschiedenen Formaten zur Verf\u00fcgung zu stellen, sondern auch\u00a0 bei vielen Beitr\u00e4gen das Einbetten (der bei <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/user\/deutschewelle\">youtube eingestellten Beitr\u00e4ge<\/a>) in andere Webseiten erlaubt. Das ist zwar an sich keine Kl\u00e4rung der rechtlichen Situation, aber das Einbetten erleichtert die Kombination mit eigenen Fragen und Aufgabenstellungen.<\/p>\n<p>Auch ein Thema, dass in den Kommentaren und Fragen einigen Raum einnahm, waren die <strong>Spielregeln<\/strong> im Zusammenhang mit Online-Projekten. Wie mehrfach erw\u00e4hnt wurde, scheint es mir wichtig, das klar ist, was geht und was nicht, und zwar in Bezug auf die Nettiquette, die Verwendung von Bildern, das erwartete Produkt etc. In der Vorbereitung meiner Projekte nimmt das in der Regel am meisten Zeit ein. Die technische Seite selbst ist sehr viel weniger aufwendig. Die genaue Vorbereitung lohnt sich aber, denn sorgf\u00e4ltig ausgearbeitete Projektspielregeln f\u00f6rdern indirekt auch die Medienkompetzenz der beteiligten, indem sie zum Beispiel erfahren, dass Bilder im Internet nicht einfach wild kopiert werden d\u00fcrfen, nur weil kein Copyrightvermerk angegeben ist, dass es aber andererseits Lizenzen gibt, die die Verwendung unter bestimmten Regeln erlauben.<\/p>\n<p>In welchem Masse es Aufgabe des Deutschunterrichts ist, zur <strong>Medienkompetenz<\/strong> im Bereich neue Medien beizutagen, w\u00e4re noch zu kl\u00e4ren. Die Antwort f\u00e4llt vermutlich je nach Zielgruppe unterschiedlich aus. Ich finde aber, dass man mit der Entscheidung, die neuen Medien f\u00fcr den Unterricht einzusetzen auch die Verantwortung \u00fcbernommen hat, die Lernenden beim sinnvollen Einsatz zu unterst\u00fctzen und das bedeutet nicht nur Bereitstellen der Spielregeln, sondern auch Hilfe bei der Anwendung und Kontrolle (die aber je nach Zielgruppe mehr oder weniger genau ausfallen kann). Meiner Ansicht und Erfahrung nach kann man sich dabei nicht auf die vielbeschworene Kompetzenz der Lernenden verlassen.\u00a0 Sie haben zwar vielfach keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste und h\u00e4ufig auch Routine im Gebrauch verschiedenster Anwendungen, aber das ist nicht dasselbe wie das Wissen um Chancen und Risiken und didaktisch sinnvolle Einsatzszenarien. Nur weil ich gewohnt bin fernzusehen, heisst das ja nicht automatisch, dass ich meinen Konsum sinnvoll steuere.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Facebook kam die Frage auf, ob die Lernenden es tats\u00e4chlich sch\u00e4tzen, wenn man die von ihnen <strong>privat genutzten Tools in den Unterricht integrieren<\/strong> m\u00f6chte. Den Ansatz der Referentin, M\u00f6glichkeiten aufzuzeigen, wie man Facebook auch zum Deutschlernenbenutzen kann &#8211; aber eben ohne direkte Anbindung an einen Kurs &#8211; fand ich sehr gut. So kann jeder selbst entscheiden. Die Vorschl\u00e4ge (Bedienungssprache auf Deutsch umstellen, Tandempartnersuchen, Quiz oder Umfrage erstellen) lassen sich aber auch in den normalen Untericht oder in eine Lernplattform integrieren und sind nicht eigentlich Facebook spezifisch.<\/p>\n<p>Die Sektionsleitung hat \u00fcbrigens angek\u00fcndigt, dass sie ihre Notizen ebenfalls in einem Blog ver\u00f6ffentlichen werden. Sobald ich die Adresse habe, werde ich sie verlinken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, gestern hat sie endlich angefangen, die IDT. Obwohl so viele Leute da sind, habe ich schon erstaunlich viele Leute getroffen, die ich kenne. Dass ich auch schon viele neue kennengelernt habe, hat mich da schon weniger \u00fcberrascht. Die allgemeine Stimmung ist bisher \u00fcbrigens sehr gut. Irgendwie wie ein grosses Deutschfest. Ich finde das Tagungsgel\u00e4nde bisher auch erstaunlich \u00fcbersichtlich. Ich habe mir das alles viel verwirrender vorgestellt.<\/p>\n<p>Im Beitrag findet ihr eingie Kommentare und \u00dcberlegung zum ersten Teil in der Sektion E4, die ich besucht habe. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,11,34,88],"tags":[23,87],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/976"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=976"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1240,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/976\/revisions\/1240"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}