{"id":827,"date":"2009-06-06T10:35:50","date_gmt":"2009-06-06T09:35:50","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=827"},"modified":"2009-09-14T10:22:09","modified_gmt":"2009-09-14T09:22:09","slug":"abcd-thesen-zur-landeskunde-und-das-dachl-konzept","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/06\/06\/abcd-thesen-zur-landeskunde-und-das-dachl-konzept","title":{"rendered":"ABCD-Thesen zur Landeskunde und das DACH(L)-Konzept"},"content":{"rendered":"<p>ABCD steht hier f\u00fcr \u00d6sterreich (Austria), die Bundesrepublik Deutschland, die Schweiz (Confederation Helvetica) und die DDR. Die ABCD-Thesen sind das Resultat einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der vier genannten L\u00e4nder. Die Gruppe nahm 1988 die Arbeit auf, ver\u00f6ffentlicht wurden die Thesen aber erst 1990. Nachlesen kann man sie im <a href=\"http:\/\/www.idvnetz.org\/publikationen\/rundbrief\/rb45.pdf\">IDV-Rundbrief<\/a> (S. 15-18).<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss diesen Thesen und (auch im sp\u00e4ter daraus entstandenen DACH-Konzept) ist Landeskunde kein eigenes Fach, sondern kulturelle Information, Sensibilisierung f\u00fcr Fremdes und Sprachvermittlung sollen kombiniert werden. Das steht zum Beispiel im Gegensatz zu einer rein faktischen Landeskunde, die sich auf Institutionen, Staaten und hohe Kultur beschr\u00e4nkte, in der Regel von der restlichen Sprachvermittlung abgekoppelt war (z.B. als nicht in den Rest der Lektion eingebetteter Lesetext am Ende) und zudem einen relativ starken Vollst\u00e4ndigkeits- und Objektivit\u00e4tsanspruch hatte.<\/p>\n<p>In den ABCD-Thesen wird gefordert, dass der gesamte deutschsprachige Raum ber\u00fccksichtigt wird und falls an den Materialien Anpassungen an das Sprachniveau der Lernenden gemacht werden m\u00fcssen, diese nicht zu &#8222;Simplifizierung, Verniedlichung, Vergr\u00f6berung und Verzerrung&#8220; f\u00fchren d\u00fcrfen. Das heisst auch, dass die phonolgoische, lexikalische und morpho-syntaktische Vielfalt der deutschen Sprache nicht einfach zugunsten einer einheiltlichen sprachlichen Norm unter den Teppich gekehrt, sondern thematisiert werden sollte. Wenn m\u00f6glich sollen dazu authentische Materialien verwendet und die Lernenden bei der Auswahl der Themen und Materialien beteiligt werden. Die Materialien sollten verschiedene Sichtweisen ber\u00fccksichtigen und auch Br\u00fcche innerhalb einer Gesellschaft nicht verschweigen, denn in dieser Art der Landeskunde geht es um eine Ann\u00e4hrung an eine fremde Kultur und nicht um eine Werbeveranstaltung, andererseits d\u00fcrfen und sollen die positiven Seiten auch eine Rolle spielen. Wichtig ist auch, dass nicht der Leher &#8222;das Bild&#8220; eines Landes vermittelt, sondern dass die Lernenden ihren eigenen Zugang finden k\u00f6nnen. Das kann auch heissen, dass die Lernenden Spuren der deutschsprachigen Kultur im eigenen Land suchen und dadurch auch die eigene Kultur bewusster wahrnehmen oder das Vorurteile und Klischees bewusst aufgegriffen werden.<\/p>\n<p>Ohne das Internet und die damit verbundenen Recherche- und Kommunikationsm\u00f6glichkeiten w\u00e4ren die oben formulierten Anspr\u00fcche wohl kaum einzul\u00f6sen, denn auch Deutschsprachige kennen sich nicht im ganzen deutschsprachigen Raum aus und m\u00fcssen sich informationen zu den anderen deutschsprachigen L\u00e4ndern und vor allem das zugeh\u00f6rige Materal erst beschaffen, wenn der Landeskundeunterricht nicht auf der Geographieebene stehen bleiben soll.Da es das Internet aber gibt, er\u00f6ffnen sich viele M\u00f6glichkeiten. Es sind &#8211; auch wenn das eigene Lehrmittel sich nur auf ein Land beschr\u00e4nken sollte &#8211; unterschiedlichste Formen von authentischenm Deutsch zug\u00e4nglich und man findet zu jedem beliebigen Thema authentisches Material, dass sich landeskundlich einsetzen l\u00e4sst. Auch die Kommunikation Menschen aus den Zielsprachen L\u00e4ndern ist einfacher als je zuvor &#8211; wenn man denn \u00fcber die geeigneten Kontake verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Schwieriger wird es, wenn die nicht hat und sich in der F\u00fclle von zur Verf\u00fcgung stehendem Material nicht so richtig zurecht findet. Die ABCD-Thesen fordern deshalb auch, dass Landeskundematerialien in nationen\u00fcbergreifender Kooperation von Fachleuten aus DACH(L) erstellt werden sollten und dass Leute, die landeskundliches Material aus den DACHL-L\u00e4ndern suchen, entsprechende Ansprechspartner und Materialangebote finden k\u00f6nnen sollten. Wenn man dann aber im Internet nach dem DACH- oder DACHL-Konzept sucht, findet man viele nicht mehr existierende Seiten und viele Links auf die <a href=\"http:\/\/www.dachl.net\/\">DACHL-Projekthomepage<\/a> &#8211; aber dort erf\u00e4hrt man nur, dass die Projekthomepage abgeschaltet wurde.<\/p>\n<p>Von den neueren Lehrmitteln, die ich kenne, sticht vor allem Dimensionen mit seiner Umsetzung des DACH-Konzeptes hervor. Es ber\u00fccksichtigt konsequent Materialien aus DACH (allerdings soweit ich weiss nicht aus Liechtenstein oder den Regionen, in denen Deutsch von einer Minderheit gesprochen wird) und zeigt ein Thema in der Regel aus einer plurizentrischen Perspektive.<\/p>\n<p>Ansonsten bin ich auf DACH vor allem im Zusammanhang mit der IDT gestossen, weil in diesem Zusammenhang DACH-Seminare organisiert werden, aber ich hatte den Eindruck, dass die eher aus einzelnen Teilen zu den jeweiligen L\u00e4ndern bestehen als aus einem integrativen Gesamtkonzept. Aber ich kann mich t\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Das DACH-Konzept und die Arbeit daran ist vielleicht noch nicht gerade im Dornr\u00f6schenschlaf versunken, macht aber zumindest ein Nickerchen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn es wieder wachergek\u00fcsst w\u00fcrde, denn es sind noch viele Fragen ungel\u00f6st.<\/p>\n<p>Wie sieht es denn bei euch aus? Wie macht ihr Landeskunde und schafft ihr es, die Vielfalt des deutschen Sprachraumes einzubeziehen, ohne das alles in einzelne Facetten zerf\u00e4llt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABCD und DACH stehen f\u00fcr Landeskundekonzepte, die die Vielfalt des deutschsprachigen Raumes ber\u00fccksichtigen und damit M\u00f6glichkeiten zum interkulturellen Lernen schaffen wollen. Mehr dazu im Beitrag. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[187,159,11,25],"tags":[135,87,186,114,72],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/827"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=827"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1413,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions\/1413"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}