{"id":3189,"date":"2014-04-12T00:21:48","date_gmt":"2014-04-11T23:21:48","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=3189"},"modified":"2014-04-11T21:48:00","modified_gmt":"2014-04-11T20:48:00","slug":"didkaktische-uberlegungen-zu-partner-ausprache-ubungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2014\/04\/12\/didkaktische-uberlegungen-zu-partner-ausprache-ubungen","title":{"rendered":"Didkaktische \u00dcberlegungen zu Partner-Ausprache-\u00dcbungen"},"content":{"rendered":"<p>Im <a title=\"Partner-Aussprache-\u00dcbungen\" href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2014\/04\/11\/partner-aussprache-ubungen\">letzten Beitrag<\/a> habe ich ein paar Arbeitsbl\u00e4tter mit Partner-\u00dcbungen zur Aussprache ver\u00f6ffentlicht. In diesem Beitrag findet ihr einige didaktische \u00dcberlegung zum Entwerfen und zum Durchf\u00fchren solcher \u00dcbungen.<\/p>\n<p>Beim Entwerfen der \u00dcbungen sind mir ein paar Dinge wichtig:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Arbeitsblatt soll die Lernenden so <strong>autonom wie m\u00f6glich machen.<\/strong> Das erreiche ich z.B., indem ich Hilfszeichen bzw. -markierungen benutze (z.B.\u00a0 einzelne IPA-Zeichen, um Lautkontraste (z.B. [\u00e7] und [x] deutlich zu machen, Markierungen f\u00fcr lange und kurze Vokale, Fettdruck oder Silbenuster (Oooo) f\u00fcr den Wortakzent etc.), die die Aussprache erleichtern oder dem zuh\u00f6renden Partner helfen, ein Feedback zu geben. Wenn zu viele neue W\u00f6rter vorkommen, erg\u00e4nze ich auch Wortschatzerkl\u00e4rungen, oft nur f\u00fcr den zuh\u00f6renden Partner, der diese Informationen aber selbstverst\u00e4ndlich weitergeben soll. Das alles heisst nat\u00fcrlich nicht, dass ich beim Durchf\u00fchren der \u00dcbung D\u00e4umchen drehe, aber ich kann mich dann auf die Probleme konzentrieren, die die Lernenden nicht allein l\u00f6sen k\u00f6nnen und muss nicht auch noch W\u00f6rter erkl\u00e4ren etc.<\/li>\n<li>Das Wortmaterial ist <strong>in einen Kontext eingebettet<\/strong>. In der Definition von &#8222;Kontext&#8220; bin ich relativ flexibel. M\u00f6glich sind zum Beispiel<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>Ratefragen, die A vorliest und die B beantworten muss (mit oder ohne (teilweise) vorgegebenen Antwortm\u00f6glichkeiten)<\/li>\n<li>Grammatik\u00fcbungen: A muss zum Beispiel Verb- oder Pluralformen erg\u00e4nzen, die bestimmte Auspracheph\u00e4nomene enthalten (oder eben nicht)<\/li>\n<li>In Ausdr\u00fccken, S\u00e4tzen oder einem k\u00fcrzeren Text m\u00fcssen Wortteile oder bestimmte Laute erg\u00e4nzt werden<\/li>\n<li>W\u00f6rter oder Ausdr\u00fccke, die bestimmte Aussprachep\u00e4nomene enthalten, m\u00fcssen in einen kleinen Dialog verpackt werden. Die Lernenden k\u00f6nnen die Sezene gemeinsam planen oder spontan spielen, ohne voneinander zu wissen, welche W\u00f6rter sie ben\u00fctzen sollen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Auf diese Weise werden neben der Aussprache immer auch auch andere Bereiche mitaktiviert (Grammatikregeln, Wortschatz etc.). Das macht die \u00dcbung etwas komplexer, gibt ihr aber auch mehr Sinn. Auch in Bezug auf die Aussprache tauchen immer auch Probleme auf, die eigentlich gerade nicht im Zentrum stehen. Das ist aber sogar gut so. Einerseits entspricht das schlicht der Realit\u00e4t und andererseits bietet es auch die M\u00f6glichkeit zur Wiederholung, die gerade bei Ausspracheph\u00e4nomen sehr wichtig ist. Deshalb markiere ich z.B. Wortakzent und Vokall\u00e4nge oft auch in \u00dcbungen, die eigentlich einen anderen Fokus haben. Zus\u00e4tzliche Information dieser Art kann man auch als Binnendifferenzierung einstezen. Lernende, die mit dem zentralen Ph\u00e4nomen wenig Probleme haben, k\u00f6nnen sich auf weitere Merkmale konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>Vor dem Einsatz der \u00dcbungen <\/strong>sollen die Lernenden<strong><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>wissen, was das Lernziel ist (also was sie eigentlich \u00fcben sollen). Das klingt so banal, dass es manchmal untergeht.<\/li>\n<li>die M\u00f6glichkeit gehabt haben, die zentralen Ph\u00e4nomene der \u00dcbung selber zu realisieren und wenn m\u00f6glich auch einfache Anbildungstipps kennen (durch die im Verlauf der \u00dcbung die Laute bei Bedarf wieder elizitiert werden k\u00f6nnen). Vor einer \u00dcbung zum Kontrast [f] &#8211; [v] erkl\u00e4re (und demonstriere) ich also, dass bei diesen Lauten die Schneidez\u00e4hne ganz leicht den hinteren Rand der Unterlippe ber\u00fchren. F\u00fcr den Unterschied zwischen [f] und [v] ist einerseits der &#8222;Kraftaufwand&#8220; beim Pusten wichtig und andererseits das Schwingen bzw. Nicht-Schwingen der Stimmlippen. Das kann man mit einer Hand an der Kehle gut erfahrbar machen. Wenn die Lernenden dann im Chor Laute produzieren, die sich mehrheitlich richtig anh\u00f6ren, kann die eigentliche \u00dcbung beginnen.<\/li>\n<li>die wichtigsten Regeln kennen die in Bezug auf das zentrale Ph\u00e4nomen relevant sind, also z.B. die Verteilung von [\u00e7] und [x] abh\u00e4ngig vom Artikulatisonsort des vorangehenden Lautes. Wenn die Regeln aber sehr vage sind oder aus mehr Ausnahmen als Regeln bestehen, kann man auch auf sie verzichten.<\/li>\n<li>verstehen, wie das \u00dcbungsprinzip funktioniert, welche Hilfen zur Verf\u00fcgung stehen und was sie bedeuten und wer welche Rollen hat. Wenn man im Unterricht konsequent immer wieder Phonetik einbaut und das A-B-Prinzip auch sonst ab und zu verwendet, ist das mit sehr wenig Aufwand verbunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Beitrag habe ich ein paar Arbeitsbl\u00e4tter mit Partner-\u00dcbungen zur Aussprache ver\u00f6ffentlicht. 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