{"id":3187,"date":"2014-04-11T21:30:22","date_gmt":"2014-04-11T20:30:22","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=3187"},"modified":"2014-05-08T21:05:39","modified_gmt":"2014-05-08T20:05:39","slug":"partner-aussprache-ubungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2014\/04\/11\/partner-aussprache-ubungen","title":{"rendered":"Partner-Aussprache-\u00dcbungen"},"content":{"rendered":"<p>Als ich das erste Mal auf Aussprache\u00fcbungen in Partnerarbeit gestossen bin, war ich sehr skeptisch. Es handelte sich um Minimalpaar\u00fcbungen aus dem Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.schmetterling-verlag.de\/page-5_isbn-3-89657-805-7.htm\">H\u00f6ren, Lesen, richtig schreiben. Ein kombiniertes \u00dcbungsprogramm zu Phonetik und Rechtschreibung f\u00fcr den Unterricht Deutsch als Fremdsprache<\/a>&#8220; von Endrick Schiemann und Martina B\u00f6lck (erstmals erschienen im\u00a0 Schmetterling-Verlag im Jahr 2003). Die Lernenden erhalten eine Liste mit Minimalpaaren zu einem bestimmten Ph\u00e4nomen. F\u00fcr die langen Vokale k\u00f6nnte das so aussehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Miete &#8211; Mitte<\/li>\n<li>(er) sucht &#8211; (die) Sucht<\/li>\n<li>H\u00f6hle &#8211; H\u00f6lle<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der eine Partner spricht jeweils eines der W\u00f6rter, der andere kreuzt an, welches er geh\u00f6rt hat. Anschliessend wird verglichen.<\/p>\n<p>Meine Bedenken waren vor allem<\/p>\n<ul>\n<li>die Lernenden h\u00f6ren die Unterschiede zwischen richtiger und falscher Aussprache nicht<\/li>\n<li>die Lernenden h\u00f6ren zu viel falschen Input und produzieren zu viele falsche Aussprachen, so dass sich falsche Muster einschleifen<\/li>\n<li>Aussprachekorrektur ist sowieso potentiell heikel (da die Aussprache etwas pers\u00f6nliches ist), da kann ich nicht von den Lernenden erwarten, dass sie sich gegenseitig kritisieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich dachte also, das k\u00f6nne eigentlich nur schiefgehen und habe es trotzdem probiert. Um es kurz zu machen: es hat wesentlich besser funktioniert, als ich gedacht h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich gibt es einige Faktoren, die den Erfolg der \u00dcbungsformen beeinflussen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Muttersprache der Lernpartner:<\/strong> Lernende mit derselben oder einer in Bezug auf die Aussprache \u00e4hnlichen Muttersprache haben potentiell dieselben Probleme.\u00a0 Diese nehmen sie tendenziell auch weniger wahr. In Bezug auf die phonetischen Probleme gemischte Paare funktionieren besser.<\/li>\n<li><strong>Vorwissen der Lernenden:<\/strong> Wenn die Lernenden wissen worauf sie h\u00f6ren m\u00fcssen oder wissen, wie sie den Laut anbilden k\u00f6nnen (z.B. beim \u00fc vom i ausgehen und die Lippen spitzen), f\u00e4llt es ihnen leichter zu beurteilen, ob der Partner tats\u00e4chlich gesagt hat, was er wollte und sie sind sie nicht so stark auf ein korrekt sprechendes Modell angewiesen. Beides sind auch wichtige Faktoren f\u00fcr das selbst\u00e4ndige \u00dcben zu Hause. Man kann Aussprache-Partner-\u00dcbungen also auch als einen Schritt hin zu mehr Lernerautonomie betrachten.<\/li>\n<li><strong>Korrektur und Feedback durch die Lehrperson:<\/strong> Die Lernenden k\u00f6nnen die Lehrperson jederzeit dazurufen, wenn sie H\u00f6reindruck und intendierte Aussprache nicht \u00fcbereinstimmen oder wenn sie sich sonst unsicher sind. In der restlichen Zeit kann die Lehrperson da intervenieren, wo sie Ausspracheprobleme h\u00f6rt oder &#8211; auch das ist wichtig &#8211; zur\u00fcckmelden, dass das Ph\u00e4nomen korrekt realisiert wurde. Man h\u00f6rt erstaunlich viel, auch wenn alle gleichzeitig sprechen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich passieren trotzdem Fehler, das ist beim \u00dcben aber immer so, auch wenn die Lernenden im Chor nachsprechen oder \u00dcbungen in einem Sprachlabor-Setting bearbeiten. Das gegenseitige Korrigieren erwies sich in meinen Lerngruppen als unproblematisch, denn eigentlich handelt es sich ja auch eher um einen Vergleich und im Konfliktfall &#8211; das heisst wenn H\u00f6reindruck und intendierte Aussprache nicht \u00fcbereinstimmen &#8211; kann die Lehrperson hinzugezogen werden. Im besten Fall findet aber Lernen voneinander statt (durchaus nicht nur im Bereich Aussprache). Die Kommunikation mit einem echten Partner macht die \u00dcbung f\u00fcr die Lernenden zudem interessanter als das \u00dcben in einem Sprachlabor, wo sich die Lehrperson dann und wann einklinkt &#8211; ganz abgesehen davon, dass die meisten DaF-Lehrer wohl kein Sprachlabor in der Zimmerecke stehen haben.<\/p>\n<p>Ganz gl\u00fccklich war ich mit der \u00dcbungsform dennoch nicht. Die \u00dcbungen aus Schiemann\/B\u00f6lck beschr\u00e4nken sich auf Minimalpaare, das Wortmaterial ist also nicht in einen Kontext eingebettet und und zudem \u00fcbersteigt es den Wortschatz meiner Lernenden oft oder l\u00e4sst sich zumindest nicht so einfach in den bestehenden Wortschatz integrieren. Dadurch wird eine Chance zum Wortschatzlernen bzw. -reaktivieren vertan. Zudem sollen die Lernenden die Ph\u00e4nomene ja nicht nur in isolierten Kontexten, sondern auch in komplizierteren Settings korrekt und m\u00f6glichst automatisiert sprechen k\u00f6nnen. Ich suchte also nach kontextualisierteren Partner\u00fcbungen &#8211; und wurde nicht f\u00fcndig. Deshalb habe ich angefangen, selber welche nach dem A-B-Prinzip (Wechselspielprinzip) zu entwerfen. Ein paar Beispiele habe ich euch hier angeh\u00e4ngt:<\/p>\n<ul>\n<li>Wortschatz-Wortakzent-\u00dcbung zum Thema Kinder und Familie (als Wortschatzwiederholung in einem B1-Kurs eingesetzt): <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Kindheit_Familie_Akzent_fragen.pdf\">Kindheit_Familie_Akzent_fragen.pdf,<\/a> <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Kindheit_Familie_Akzent_fragen.docx\">Kindheit_Familie_Akzent_fragen.docx<\/a><\/li>\n<li>Verschiedene \u00dcbungen rund um das Z (sowohl auf A2-B1 als auch auf B1-B2 eingesetzt): <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/uebungen_zum_Z.pdf\">uebungen_zum_Z.pdf, <\/a><a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/uebungen_zum_Z.docx\">uebungen_zum_Z.docx<\/a><\/li>\n<li>\u00dcbungen zur Aussprache von &lt;ch&gt; (ohne [k]) rund um Ausdr\u00fccke mit Imperativen (auch von A2-B2 eingesezt, auf den tieferen Niveaus mit Wortschatzvorentlastung, auf dem h\u00f6chsten ohne.): <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Imperative_Verben_CH1.pdf\">Imperative_Verben_CH.pdf,<\/a> <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Imperative_Verben_CH1.docx\">Imperative_Verben_CH<\/a> (korrigiert im Mai 14)<\/li>\n<li>\u00dcbung zum Pr\u00e4teritum und langen\/kurzen Vokalen mit Texten aus dem Themenbereich Gesundheit (in einem B1-Kurs eingesetzt): <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/medizin_geschichte_praet.pdf\">medizin_geschichte_praet.pdf<\/a>, <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/medizin_geschichte_praet.docx\">medizin_geschichte_praet.docx<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Falls ihr andere Ideen habt oder falls ihr meine Bl\u00e4tter in eurem Unterricht einsetzen solltet, w\u00fcrde ich mich \u00fcber eine R\u00fcckmeldung freuen.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Didkaktische \u00dcberlegungen zu Partner-Ausprache-\u00dcbungen\" href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2014\/04\/12\/didkaktische-uberlegungen-zu-partner-ausprache-ubungen\">n\u00e4chsten Beitrag<\/a> findet ihr noch ein paar didaktische \u00dcberlegungen zum Durchf\u00fchren und Erstellen dieser \u00dcbungsform.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag geht es um Partner\u00fcbungen im Ausspracheunterricht. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,16,3,79,181,4],"tags":[28,82,105,89,29,30,270,49,96,251,312,100],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3187"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3187"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3187\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3207,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3187\/revisions\/3207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}