{"id":288,"date":"2007-12-26T00:18:13","date_gmt":"2007-12-25T23:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2007\/12\/26\/schriftlich-vorstellen"},"modified":"2007-12-22T13:55:56","modified_gmt":"2007-12-22T12:55:56","slug":"schriftlich-vorstellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2007\/12\/26\/schriftlich-vorstellen","title":{"rendered":"schriftlich Vorstellen"},"content":{"rendered":"<p>In einem Lese- und Schreibkurs habe ich die obligate Vorstellrunde am Anfang umfunktioniert. Die Lernenden schreiben sich gegenseitig E-Mails, in denen sie sich vorstellen. In einer zweiten Runde stellen sie einander Fragen, die sie in der dritten Runde gegenseitig beantworten. Anschliessend stellt jeder den  anderen  seinen  Partner m\u00fcndlich vor.<\/p>\n<p>Im Detail sieht der Ablauf so aus:<\/p>\n<ol>\n<li>Der Ablauf der \u00dcbung wird erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li>Die Lernenden werden in zweier Teams aufgeteilt. Sinnvollerweise so, dass sich die Partner noch nicht (gut) kennen und nicht direkt nebeneinander sitzen. Die Lehrperson spielt bei r\u00e4umlichen Problemen (wie Tischen, die im Weg stehen etc.) den Brieftr\u00e4ger.<\/li>\n<li>Phase 1: Alle schreiben an die ihnen zugeteilte Person ein E-Mail, in dem sie sich kurz vorstellen (Name, Alter, Herkunft, Hobbies).<\/li>\n<li>Phase 2: Der Empf\u00e4nger beantwortet das E-Mail und stellt einige zus\u00e4tzliche Fragen. Das Ziel der \u00dcbung ist ja die Vorstellung des Partners im Plenum<\/li>\n<li>Phase 3: Die Briefe werden zur\u00fcckgeschickt und die Fragen beantwortet.<\/li>\n<li>Jetzt haben alle Zeit, den Briefwechsel zu lesen und sich evtl. Notizen zu machen.<\/li>\n<li>Anschliessend stellen sich die Briefwechselpartner im Plenum gegenseitig vor.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Einige Tipps zur Durchf\u00fchrung<\/h3>\n<ul>\n<li>Vor der \u00dcbung habe ich ein Blatt mit Textbausteinen verteilt, dass ich vorher kurz besprochen habe. Darauf fanden die Lernenden Redemittel f\u00fcr Anrede und Schluss, ein paar Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Einleitung (Z.B.: Ich habe deinen Namen von Cornelia bekommen und wollte mich kurz vorstellen, ich habe mich sehr \u00fcber dein E-Mail gefreut , ich m\u00f6chte gern wissen, &#8230;)<\/li>\n<li>Der Ablauf mit den Zeiten lag w\u00e4hrend der \u00dcbung auf dem Hellraumprojektor auf, so dass die Lernenden nachvollziehen konnten, wo wir gerade waren.<\/li>\n<li>Die Lehrperson sollte daf\u00fcr sorgen, dass die Zeiten der einzelnen Phasen etwa eingehalten werden. Ich habe immer gesagt, wie viel Zeit etwa noch bleibt und am Schluss, dass sie jetzt die Grussformel schreiben sollten. Da Briefe problemlos unterschiedlich lang sein k\u00f6nnen, ist das kein Problem.<\/li>\n<li>Falls eine ungerade Zahl von Sch\u00fclern vorliegt, kann auch eine Gruppe im 3-er-Team arbeiten. Das sieht dann so aus:\n<ol>\n<li>Phase: Sch\u00fcler 1 schreibt Sch\u00fcler 2, Sch\u00fcler 2 schreibt Sch\u00fcler 3, Sch\u00fcler 3 schreibt Sch\u00fcler 1 und sie stellen sich vor.<\/li>\n<li>Phase: Sch\u00fcler 1 schreibt Sch\u00fclr 3 ein E-Mail, in dem er einige Zusatzfragen stellt. Das gleiche macht Sch\u00fcler 3 mit Sch\u00fcler 2 und Sch\u00fcler 2 f\u00fcr Sch\u00fcler 1.<\/li>\n<li>Phase: Die Sch\u00fcler beantworten die ihnen gestellten Fragen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Konversation wird dann in diesem Fall etwas einseitiger, andererseits ist es weniger verwirrend, weil es keine parallelen E-Mails gibt.<\/li>\n<li>Wenn es eine grosse Gruppe ist, lohnt es sich, die abschliessende Vorstellung nicht im Plenum, sondern in zwei Gruppen zu machen (Beim Aufteilen darauf achten, dass man die Paare nicht trennt). Zwar kennen sich dann nachher nicht alle, aber ich finde es besser, in der zweiten Stunde noch eine zweite, kurze Kennenlernsequenz einzubauen als das Vorstellen totzuschlagen, denn nach einer gewissen Zeit l\u00e4sst die Konzentration bei m\u00fcndlichen Pr\u00e4sentationen gerade bei weniger Fortgeschrittenen betr\u00e4chtlich nach.<\/li>\n<li>In einem B1-Kurs habe ich die ganze \u00dcbung in 40 Minuten durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<li>So wie ich die \u00dcbung durchgef\u00fchrt habe, m\u00fcssen die Lernenden in ziemlich kurzer Zeit und schnell schreiben. Da es sich um Themen handelt, die sie gut kennen (Lebenswelt, Interessen etc.)  und sie in der Regel im DaF-Unterricht schon Briefe geschrieben haben, geht das gut. Dass der Stress Teil der \u00dcbung ist, die Realit\u00e4t simuliert, w\u00fcrde ich ehrlicherweise erw\u00e4hnen.<\/li>\n<li>Die Lernenden mochten die \u00dcbung, weil das Schreiben einen kommunikativen Zweck hatte und sie sahen, wie viel sie eigentlich schon konnten und weil das obligate Vorstellen einmal anders daherkam.<\/li>\n<li>F\u00fcr mich waren die Texte ein guter \u00dcberblick \u00fcber die schriftlichen Deutschkenntnisse der Klasse, der mir bei der weiteren Planung des Kurses geholfen hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ach ja, \u00fcbrigens: E-Mail wird in der Schweiz in der Regel mit dem Artikel &#8222;das&#8220; verwendet und nicht wie in Deutschland \u00fcblich mit &#8222;die&#8220;.<\/p>\n<p>Einen anderen sehr h\u00fcbschen Vorschlag kann man bei Ralf nachlesen: <a href=\"http:\/\/dafwerkstatt.wordpress.com\/2007\/11\/05\/emails-lesen-und-schreiben\/\">E-Mails lesen und schreiben im DaF-Unterricht<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Lese- und Schreibkurs habe ich die obligate Vorstellrunde am Anfang umfunktioniert. 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