{"id":2731,"date":"2012-05-11T08:03:56","date_gmt":"2012-05-11T07:03:56","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=2731"},"modified":"2014-11-12T06:46:43","modified_gmt":"2014-11-12T05:46:43","slug":"learningapps-anwendungsbeispiele-fur-das-modul-markieren-im-text","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2012\/05\/11\/learningapps-anwendungsbeispiele-fur-das-modul-markieren-im-text","title":{"rendered":"learningapps &#8211; Anwendungsbeispiele f\u00fcr das Modul &#8222;Markieren im Text&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ich wollte schon l\u00e4nger mal was zu <a href=\"http:\/\/learningapps.org\">Learningapps<\/a> ver\u00f6ffentlichen. Da an der <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/18hQtk7vVK1KUL8is0-AI7kJb4qYmmeS7i_W_-Ruys7E\/\">DaF-Webkon<\/a> die Seite in verschiedenen Vortr\u00e4gen vorgestellt wurde, unter anderem ausf\u00fchrlich von einem <a href=\"http:\/\/lancelot.adobeconnect.com\/p7i55vr7to8\/\">Mitarbeiter<\/a> der anbietenden p\u00e4dagogischen Hochschule selbst, beginne ich heute mal nicht mit einer Analyse der Seite (die kommt vielleicht sp\u00e4ter noch), sondern besch\u00e4ftige mich mit einem Aufgabentyp, der bisher selten verf\u00fcgbar war, n\u00e4mlich &#8222;Markieren im Text&#8220;.<\/p>\n<p>Eine sehr einfache Umsetzung davon ist das klassische &#8222;<strong>Such-mir-im-Text-ein-Wort-eines-bestimmten-Typs<\/strong>&#8222;. Im Deutschunterricht meiner Kindheit (f\u00fcr Muttersprachler), waren das vor allem Aufgaben zu den Wortarten (Markiere alle Verben blau). Auch im DaF-Unterricht kann man diesen \u00dcbungstyp einsetzen, zum Beispiel zur <strong>Festigung neu gelernter Formen<\/strong> oder zur <strong>Bewusstmachung<\/strong><strong>.<\/strong><br \/>\nBeispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>In diesem kurzen <a href=\"http:\/\/LearningApps.org\/49056\">Text \u00fcber die Tennisspielerin Martina Hingis<\/a> m\u00fcssen die Lernenden alle Pr\u00e4teritumsformen markieren. Diesen Aufgabentyp kann man einsetzen, sobald die Lernenden einen ersten Eindruck vom Pr\u00e4teritum haben und um evtl. impizites Regelwissen zu festigen (Ah, das sind die Formen, wo am Ende -te steht oder der Vokal komisch wechselt). Das rezeptive Erkennen von Formen (mit dem Ziel die Bedeutung des Verbs zu finden) ist auch f\u00fcr das Lesen wichtig (wenn wir m\u00f6chten, dass Lernende m\u00f6glichst fr\u00fch mit authentischen Texten zurande kommen, eigentlich wesentlich fr\u00fcher, als das Pr\u00e4teritum in den meisten F\u00e4llen eingef\u00fchrt wird).<\/li>\n<li>In diesem Beispiel zu <a href=\"http:\/\/LearningApps.org\/49832\">Radio und Fernsehkonsum<\/a> in der Schweiz markieren die Lernenden die konjugierten Verben in Haupts\u00e4tzen. Sinnvoll ist diese Aufgabe vor allem dann, wenn man thematisiert, dass vor dem Verb nur ein Satzglied stehen kann. In der \u00dcbung wird erfahrbar, wie unterschiedlich gross so ein Satzglied werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Etwas anders angelegt ist diese \u00dcbung zum <a href=\"http:\/\/LearningApps.org\/49064\">Schweizer Mathematiker Leonhard Euler<\/a>. In jeden Satz habe ich <strong>ein Wort zu viel<\/strong> eingeschmuggelt. Zum Teil habe ich ein Wort verdoppelt, dass im Satz ohnehin schon vorkommt, so dass die Lernenden also f\u00fcr die korrekte Position entscheiden m\u00fcssen. In anderen F\u00e4llen habe ich ein zus\u00e4tzliches Wort eingeschmuggelt, das semantisch passt. Um die falschen W\u00f6rter zu streichen, setzen die Lernenden einerseits ihr Verst\u00e4ndnis des Textes, andererseits aber auch ihr Wissen \u00fcber Grammatik ein.<\/p>\n<p>Toll finde ich, dass man den \u00dcbungstyp auch mit anderen Medien, also mit einem anderen Text, einem Bild, einem Video oder einem Audio kombinieren kann. Ich habe damit eine \u00dcbung zum <a href=\"http:\/\/LearningApps.org\/49728\">Wortakzent<\/a> und eine HV-\u00dcbung erstellt, bei der die Lernenden <a href=\"http:\/\/LearningApps.org\/49033\">Unterschiede zwischen Lesetext und H\u00f6rtext markieren<\/a> m\u00fcssen.<\/p>\n<ul>\n<li>Bei der <strong>Wortakzent\u00fcbung<\/strong> ist das Audio optional. Man kann die Akzente auch markieren, ohne das Audio zu h\u00f6ren. Es kann aber eine Hilfe darstellen. Allerdings spreche ich im Audio nicht einfach die W\u00f6rter vor, sondern lese einen Text vor, in dem alle abgefragten W\u00f6rter vorkommen. Bei dieser \u00dcbung sieht man \u00fcbrigens auch eine technische Einschr\u00e4nkungung des Moduls. Die W\u00f6rter, die markiert werden sollen, werden beim Erstellen der \u00dcbung in &#8211; eingeschlossen (Bsp: -markiert-). Das funktioniert aber nur, wenn vor und nach dem &#8211; ein Leerzeichen (oder ein Punkt) steht. Das bedeutet, dass man nicht einfach so Wortbestandteile markieren lassen kann. F\u00fcr die Wortakzent\u00fcbung habe ich das Problem umgangen, indem ich die Silben einzeln geschrieben habe. Im vorliegenden Fall ist das sogar sinnvoll, da es so keine Probleme beim Definieren der Silbe gibt (Sprech- und Schreibsilben sind nicht ganz identisch, und f\u00fcr letztere habe ich mich hier dann schliesslich entschieden). Die Einschr\u00e4nkung bedeutet aber, dass man nicht ohne Eingriffe ins Schriftbild eine \u00dcbung zum Markieren bestimmter Pr\u00e4- oder Suffixe machen kann. Aus dem selben Grund eigenet sich Learningapps auch nicht unbeding f\u00fcr Sprachen ohne Leerzeichen (z.B. Japanisch oder Chinesisch), obwohl es unicodef\u00e4hig ist. Schade eigentlich.<\/li>\n<li>Bei der <strong>H\u00f6rverstehens\u00fcbung<\/strong> ist das Audio hingegen integraler Bestandteil. Nur wer den H\u00f6rtext (mehrmals) h\u00f6rt, kann die Unterschiede finden. Zum Beispiel habe ich W\u00f6rter durch semantisch \u00e4hnliche ersetzt, einige Ausdr\u00fccke umformuliert oder den ersten Teil eines Kompositums unterschlagen. Diese Unterschiede zu h\u00f6ren ist relativ einfach. Schwieriger ist es z.B. den Unterschied zwischen einer Pr\u00e4teritums- und einer Pr\u00e4sensform zu h\u00f6ren. Die \u00dcbungsform f\u00fchrt dazu, dass die Lernenden den Text sehr genau lesen und mehrmals h\u00f6ren. Wer also nicht m\u00f6chte, dass die Lernenden auf bestimmte Grammatikph\u00e4nomene aufmerksam werden oder Fragen zu bestimmten W\u00f6rtern stellen, sollte diese Elemente besser aus so einer \u00dcbung fernhalten. Ich pers\u00f6nlich sch\u00e4tze diesen Effekt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Vor- und Nachteile<\/strong><\/p>\n<p>Alle vorgestellten \u00dcbungsformen funktionieren auch im Klassenzimmer mit Bleistift und Papier und evtl. der Stimme der Lehrperson oder einem Abspielger\u00e4t. Als Vorteil computerbasierter \u00dcbungsformen wird in der Regel genannt, dass die Lernenden sie in einem frei w\u00e4hlbaren Zeitfenster (sofern die Infrastruktur das zu l\u00e4sst) und in ihrem eigenen Tempo machen k\u00f6nnen (sofern sie sich ihre Zeit frei einteilen k\u00f6nnen und genug davon zur Verf\u00fcgung steht). Auch das k\u00f6nnte man &#8211; mit Ausnahme der Audio gest\u00fctzen \u00dcbungen &#8211; auch in Form von papierbasierten Hausaufgaben erreichen. Die computerbasierten Aufgaben sind einfacher wiederholbar, aber das f\u00e4llt meines Erachtens nicht so sehr ins Gewicht. Wer macht den schon gerne X-mal die genau gleiche \u00dcbung?<\/p>\n<p>Ein echter Vorteil von computerbasierten \u00dcbungen mit Audio ist, dass die Lernenden (sofern die Technik funktioniert), das Abspielen des Audios so steuern k\u00f6nnen, wie es f\u00fcr sie am besten ist (stoppen, wiederholen etc.).<\/p>\n<p>Positiv ist meiner Ansicht nach auch, dass auch Lernende selber Aufgaben erstellen k\u00f6nnen. Auch das geht mit Bleistift und Papier, aber die Korrektur durch die Lehrperson und das Verteilen an die Klasse ist computerbasiert weniger aufwendig. Die Lernenden m\u00fcssen aucht nicht extra einen L\u00f6sungsschl\u00fcssel erstellen und das Manipulieren von Text geht am Computer generell einfacher.<\/p>\n<p>Auch immer wieder als Vorteil genannt wird das automatische Feedback. Das ist allerdings meiner Ansicht nach oftmals &#8211; und auch hier &#8211; eher ein Schwachpunkt. Erstens ist es nicht immer einfach, vorherzusehen, warum ein bestimmter Fehler gemacht wurde und Feedbacks dieser Art k\u00f6nnen beim Erstellen sehr zeitaufw\u00e4ndig werden und zweitens kann man oft &#8211; wie auch hier &#8211; nur ein globales Feedback eingeben, dass bei diesem Modul auch nur erscheint, wenn alles richtig gel\u00f6st wurde. Sch\u00f6n ist allerdings, dass man das globale Feeedback als \u00dcbungsautor selber anpassen kann. F\u00fcr Reflexion und weitere Erkl\u00e4rungen ist in den \u00dcbungen selbst allerdings wenig Platz. Wenn man die \u00dcbung (zum Beispiel auf Moodle) einbettet, kann man auf der zugeh\u00f6rigen Html-Seite (oder einer separaten L\u00f6sungseite) nat\u00fcrlich noch mehr Erkl\u00e4rungen geben. Oder man f\u00fchrt eine \u00e4hnliche \u00dcbung sammt Reflexion erst im Unterricht (mit Bleistift und Papier durch), h\u00e4lt mit der Klasse die wichtigsten Erkenntnisse fest (z.B. wie finde ich den Infinitv von einem Verb im Pr\u00e4teritum, an welcher Position steht das Verb etc.) und gibt dann die automatisch korrigierenden \u00dcbungen gewissermassen zur \u00dcberpr\u00fcfung des Gelernten zu Hause. Etwas problematisch f\u00fcr Scshw\u00e4chere k\u00f6nnte allerdings sein, dass man bei diesem Modul keine M\u00f6glichkeit hat, sich Tipps oder &#8211; bei Nicht-Gelingen der Aufgabe &#8211; die korrekte L\u00f6sung einblenden zu lassen. Blind herumzusuchen, bis man wirklich alle L\u00f6sungen markiert hat, bringt auch nicht mehr, als sich die L\u00f6sung (nat\u00fcrlich erst nach einer gewissen Zeit) anzuschauen. Es ist aber viel frustrierender.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das &#8222;Markieren im Text&#8220;-Modul kann f\u00fcr einige interessante \u00dcbungsformen eingesetzt werden, die allerdings nicht alle zwingend interaktiv umgesetzt werden m\u00fcssen. Falls man Online-Module erstellt, macht es h\u00e4ufig Sinn, sie im Unterricht vorzubereiten (\u00e4hnliche \u00dcbungsform vorstellen) oder Reflexiv einzubetten, sei es live im Unterricht oder durch erkl\u00e4rende Texte, die allerdings garantiert nicht immer gelesen werden :-).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wollte schon l\u00e4nger mal was zu Learningapps ver\u00f6ffentlichen. 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