{"id":2678,"date":"2012-04-26T00:05:59","date_gmt":"2012-04-25T23:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=2678"},"modified":"2012-04-25T20:20:23","modified_gmt":"2012-04-25T19:20:23","slug":"wortakzent-in-komposita","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2012\/04\/26\/wortakzent-in-komposita","title":{"rendered":"Wortakzent in Komposita"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich ist der Wortakzent in Komposita ganz einfach: Er liegt (abgesehen von ganz seltenen Ausnahmen wie zum Beispiel Kilom<strong>e<\/strong>ter oder Jahrhundert) auf dem ersten Teil der Zusammensetzung, wie zum Beispiel in w<strong>i<\/strong>rtschaftsfreundlich, At<strong>o<\/strong>mkraftwerk oder S<strong>au<\/strong>riermuseum. In der Produktion bereitet er aber einigen Lernenden ziemliche M\u00fche. Ich habe oft Lernende, die starke Nebenakzente setzen oder den Akzent gleich ganz auf den zweiten Teil der Zusammensetzung legen. Aus diesem Grund habe ich die folgende \u00dcbung entworfen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbungsidee:<\/strong><\/p>\n<p>Die Lernenden arbeiten in Gruppen von jeweils 3-4 Personen. Ein Lernender zieht eine Karte vom Stapel, auf der einige Beschreibungen von Komposita stehen, die alle dasselbe Grundwort haben. Beispiel:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">das Buch<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>Ein Buch, in dem man (fast) jeden Tag notiert, was man gedacht oder gemacht hat:<\/li>\n<li>Ein Buch, in dem man Adressen sammelt:<\/li>\n<li>Ein Buch, in dem viele Kochrezepte stehen:<\/li>\n<li>Ein Buch, in dem man unbekannte W\u00f6rter nachschlagen kann ist ein &#8230;<\/li>\n<li>Ein Buch, in dem man sich Notizen macht: Ein &#8230;<\/li>\n<li>\u00a0Ein Buch, das f\u00fcr Jugendliche geschrieben wurde.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Lernende, der die Karte gezogen hat, teilt den anderen das Grundwort mit und liest dann nach einander die S\u00e4tze vor. Die anderen raten. Sie d\u00fcrfe nachfragen und um Wiederholungen bitten, aber sie d\u00fcrfen die S\u00e4tze nicht selbst lesen.<\/p>\n<p>Auf dem Zettel sind auch\u00a0 die L\u00f6sungen inklusive korrekter Akzentstelle vermerkt: 1. T<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">a<\/span><\/strong>gebuch 2. Adr<strong>e<\/strong>ssbuch 3. K<strong>o<\/strong>chbuch 4. W<strong>\u00f6<\/strong>rterbuch 5. Not<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">i<\/span><\/strong>zbuch 6. J<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">u<\/span><\/strong>gendbuch. Der \/ Die Vorlesende kann so die Antworten der anderen korrigieren.<\/p>\n<p>Anschliessend macht ein anderer Lerner mit einer neuen Karte weiter.<\/p>\n<p><strong>Lernziele \/ didaktische Begr\u00fcndung<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser Aufgabenstellung verfolge ich verschiedene Teilziele. Prim\u00e4r geht es mir um die Bewusstmachung und Ein\u00fcbung des Wortakzents in Komposita. Das wird auch durch die Aufgabenstellung beg\u00fcnstigt, denn\u00a0 das akzentlose Grundwort ist ja schon bekannt: das Gesuchte ist das akzentragende Bestimmungswort. Im Bereich Aussprache wird implizit auch die Phonem-Graphem-Korrelation thematisiert. Nicht selten stellt man auch auf h\u00f6ren Niveuas noch fest, dass ie als ei vorgelesen wird, dass Umlautpunkte \u00fcberlesen werden oder Unklarheiten herschen, wann man die Buchstabenfolge &#8222;st&#8220; wie ausspricht. Auch Rhythmus und Pausierung lassen sich bei Bedarf thematisieren.\u00a0 Probleme in diesen Bereichen\u00a0 kann man gewissermassen im Vorbeigehen l\u00f6sen, w\u00e4hrend die Gruppen gleichzeitig arbeiten. Viele derartige Probleme l\u00f6sen sich bereits in der Gruppe selbst, wenn n\u00e4mlich die anderen nicht verstehen und nachfragen.<\/p>\n<p>Im Bereich Wortschatz handelt es sich vor allem um eine Wiederholung von einfachen Komposita, die entweder in den Grundwortschatz geh\u00f6ren oder sehr durchsichtig sind (eine Flasche aus Glas ist eine Glasflasche). In fast jedes Set habe ich aber auch ein Wort eingeschmuggelt, dass etwas schwieriger ist, weil man das Wort entweder st\u00e4rker ver\u00e4ndern muss oder das Bestimmungswort nicht direkt in der Beschreibung genannt wird. Neben diesen eher bedeutungsorientierten Aspekten lenkt die \u00dcbung die Aufmerksamkeit auch auf die Wortfuge.\u00a0 Leider gibt es dazu keine griffigen Regeln (ich zumindest kenne keine), \u00dcbungen wie diese sensibilisieren aber f\u00fcr die m\u00f6glichen \u00dcberg\u00e4nge. Wer das Thema Wortfuge umgehen m\u00f6chte, kann bei der Komposita-Auswahl darauf achten, dass sich die einzelnen Bestandteile fugenlos aneinanderreihen lassen wie zum Beispiel die T\u00fcr + das Haus = die Haust\u00fcr.<\/p>\n<p><strong>Niveau<\/strong><\/p>\n<p>Die unten angeh\u00e4ngte Liste habe ich in einem gemischten B1-B2 Kurs ben\u00fctzt. Den gr\u00f6ssten Teil der W\u00f6rter konnten sie problemlos finden und sich somit auf die Aussprache konzentrieren, aber es gab einige Knackn\u00fcsse, die die Aufmerksamkeit wachhielten. Das Wortmaterial l\u00e4sst sich beliebig auf die spezifisschen Bed\u00fcrfnisse eines Kurses anpassen. Mit den richtigen W\u00f6rtern, bzw. Hinweisen geht so was auch auf Niveau A1. Denkbar w\u00e4re zum Beispiel eine Kombination von Beispielsatz und Bild: Er muss zum _______ hof. (+ Bild von einem Bahnhof). Weitere Anmerkungen, wie ihr die Aufgabenstellung an tiefere Niveaus anpssen k\u00f6nnt, findet ihr oben.<\/p>\n<p>Wortakzent in Komposita als <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/komposita_akzent.pdf\">PDF<\/a> und als <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/komposita_akzent.docx\">Docx<\/a>. Lizenz: Creative Commons By-SA 2.0 (CH).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist der Wortakzent in Komposita ganz einfach, trotzdem bereitet er einigen Lernenden beim Produzieren M\u00fche. In diesem Beitrag stelle ich eine \u00dcbungsform vor, die die Aufmerksamkeit auf den Wortakzent in Komposita lenkt. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,11,79,41,4],"tags":[27,28,82,105,29,30,132,10,311,20],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2678"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2683,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678\/revisions\/2683"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}