{"id":2541,"date":"2011-11-03T22:12:29","date_gmt":"2011-11-03T21:12:29","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=2541"},"modified":"2011-11-03T22:12:29","modified_gmt":"2011-11-03T21:12:29","slug":"tandem-fur-anfanger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2011\/11\/03\/tandem-fur-anfanger","title":{"rendered":"Tandem f\u00fcr Anf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>Tandem f\u00fcr Anf\u00e4nger ist durchaus  m\u00f6glich. Ich habe das selber mit Japanisch ausprobiert. Als ich mit dem Tandem anfing, hatte ich gerade erst einen Monat Japanisch (2 Stunden pro Woche in ziemlich  gem\u00fctlichem Tempo) und konnte wirklich so gut wie gar nichts. Hier ein paar Vorschl\u00e4ge dazu, wie es trotzdem klappen kann.<\/p>\n<p>Wenn man als blutiger Anf\u00e4nger Tandem macht, ist es empfehlenswert, parallel dazu einen <strong>Kurs<\/strong> zu besuchen oder mit einem Selbstlernkurs  zu arbeiten.  So bekommt man laufend neues Material, dass man verarbeiten  kann.  Allerdings ist es gerade im Tandem so, dass man auch Dinge lernt,  die im  Buch noch lange nicht vorkommen. Das ist einer der Vorteile des  Tandems: Man lernt, was man gerade braucht. Daf\u00fcr ist der Input weniger  vorstrukturiert als in einem klassischen Kurs.<\/p>\n<p>Die <strong>Vorbereitung<\/strong> ist beim Tandem f\u00fcr Anf\u00e4nger besonders wichtig. Man sollte sich zwar sowieso f\u00fcr jedes Tandemtreffen vorbereiten (dann profitiert man einfach mehr), aber wenn man Anf\u00e4nger ist, ist es doppelt so wichtig, weil man sonst schlicht nichts sagen kann. Vorbereitung kann heissen:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00fcberlegen, was man machen kann: zum Beispiel\n<ul>\n<li>die Zahlen oder buchstabieren \u00fcben<\/li>\n<li>einen Text oder Dialog aus dem Lehrbuch vorlesen<\/li>\n<li>erz\u00e4hlen, was man n\u00e4chstes Wochenende oder nach dem Tandem machen wird (falls man in der betreffenden Sprache in einfacher Weise \u00fcber die Zukunft sprechen kann).<\/li>\n<li>erz\u00e4hlen, was man letzte Woche gemacht hat (sofern man schon eine Ahnung von Vergangenheitszeiten hat)<\/li>\n<li>das Lehrbuchkapitel vorbereiten, dass man mit dem Tandempartner anschauen will<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\u00dcberlegen, welchen Wortschatz, welche Struktuen man f\u00fcr diese \u00dcbungen evtl. braucht. Man kann nat\u00fcrlich auch den Tandempartner fragen, aber wenn man sich das vorher schon \u00fcberlegt, aktiviert man das Wissen, dass man schon hat. Alles, was man nicht wusste oder rausfinden konnte, kann man dann immer noch fragen<\/li>\n<li>Materialien suchen \/ mitnehmen \/ vorbereiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf die <strong>Materialien<\/strong> gehe ich im folgenden genauer ein.<strong> Visuelle<\/strong> Materialien sind eine grosse Hilfe. Sie helfen dem  Tandempartner, dich zu verstehen und dir zu helfen und dir helfen sie,  dich daran zu erinnen, was du sagen wolltest. Gerade, wenn man noch sehr  wenig Wortschatz hat, kann einem der rote Faden zwischendruch schon mal  abhanden kommen. Es muss nicht immer vorgefertigtes Material sein. Man kann auch selber eine Skizze machen und so unterst\u00fctzen, was man sagt.<\/p>\n<p>Ein paar Ideen f\u00fcr den Einsatz visueller Materialien<\/p>\n<ul>\n<li>Anhand einer Karte kann man \u00fcber verschiedene L\u00e4nder sprechen  (wo sie liegen, wie die Hauptst\u00e4dte heissen, wer die Nachbarn sind,  welche Sprachen man dort spricht ..) oder die letzten Ferien erkl\u00e4ren  (ich war eine Woche in Spanien. Wir haben den Ort X besucht. Das ist  hier. Dort gibt es &#8230;)<\/li>\n<li>Fotos eignen sich auch gut, zum Beispiel um seine Familie, den Wohnort oder den Lieblingsferienort vorzustellen, um \u00fcber die eigene Biographie zu sprechen um das Beschreiben von Orten, Personen etc. zu \u00fcben<\/li>\n<li>Mit Skizzen kann man besser erkl\u00e4ren, wie die eigene Wohnung aussieht, wo der Arbeitsweg durchf\u00fchrt oder wo sich das Lieblingsrestaurant befindet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch sehr n\u00fctzlich sind <strong>Tabellen oder Listen<\/strong>, die zuerst jeder f\u00fcr sich ausf\u00fcllt und \u00fcber die man dann spricht. Einige Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Beide Tandempartner zeichnen einen &#8222;Stundenplan&#8220; der n\u00e4chsten Woche und versuchen dann &#8211; ohne sich die Pl\u00e4ne zu zeigen, einen Termin zu finden (f\u00fcr das n\u00e4chste Treffen, einen Besuch im Kino &#8230;). Vorher sollte man nat\u00fcrlich die Zeiten, die Wochentage und die Namen einiger Aktivit\u00e4ten \u00fcben.<\/li>\n<li>Der Lernende und der Muttersprachler formulieren gemeinsam Fragen (Was ist ihr Lieblingsessen, M\u00f6gen Sie Schokolade, Wann gehen Sie heute ins Bett etc.), die dann jeder f\u00fcr sich beantwortet. Der Muttersprachler sollte dem Lernenden nat\u00fcrlich bei Bedarf mit Wortschatz aushelfen. Anschliessend Interviewen sich beide gegenseitig (die Fragen darf man nat\u00fcrlich in beliebiger Reihenfolge stellen).<\/li>\n<li>Jeder w\u00e4hlt 3 Personen total fiktive oder ber\u00fchmte Personen und notiert, wann sie an welchem Wochentag aufstehen, arbeiten gehen, Mittag esssen &#8230; Anschliessend teilt man dem anderen die Namen der Personen mit und fragt sich gegenseitig \u00fcber sie aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn man als Anf\u00e4nger Tandem macht, ist es besonders wichtig, <strong>realistische Erwartungen<\/strong> zu haben und <strong>Aufgaben<\/strong> zu w\u00e4hlen, <strong>die man bew\u00e4ltigen kann<\/strong>. Wenn man die  Sprache erst seit einem Monat lernt, kann man nat\u00fcrlich noch nicht einen  fliessenden 10-min\u00fctigen Vortrag halten. Es gibt auch Themen, die\u00a0 an  sich schon sehr schwierig sind. Als Anf\u00e4nger das politische System des  eigenen Landes erkl\u00e4ren zu wollen, ist eher unrealistisch. Hingegen kann  man schon relativ schnell sein Land mit den wichtigsten Fakten  vorstellen (wie viele Einwohner, wie gross, Hauptstadt,  Sehensw\u00fcrdigkeiten, Spezialit\u00e4ten &#8230; ).<\/p>\n<p>Eine Aufgabe, die realistisch und auch f\u00fcr das &#8222;echte&#8220; Leben n\u00fctzlich ist, besteht darin, S\u00e4tze, die man im Tandem oft braucht, m\u00f6glichst bald in der Zielsprache formulieren zu k\u00f6nnen. Also zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie sagt man &#8230; auf &#8230;<\/li>\n<li>Was bedeutet &#8230;<\/li>\n<li>Wie heisst das Gegenteil von &#8230;<\/li>\n<li>Wie spricht man das aus &#8230;<\/li>\n<li>Ich habe eine Frage.<\/li>\n<li>Das verstehe ich nicht.<\/li>\n<li>Ach so!<\/li>\n<li>Stimmt das?<\/li>\n<li>Was ist der Unterschied zwischen &#8230; und &#8230;<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit solchen S\u00e4tzen kann man pl\u00f6tzlich viel mehr in der Fremdsprache sagen. Zudem sind sie auch f\u00fcr andere Situationen n\u00fctzlich. Am besten beginnt man mit einigen wenigen S\u00e4tzen, die man dann immer in der Fremdsprache sagt und baut dann kontinuierlich darauf auf.<\/p>\n<p>PS: Ich bin mir der Ironie bewusst, dass dieser Artikel f\u00fcr Deutschlernende auf dem Niveau A1\/A2 schlichtweg unbrauchbar ist. Ich hoffe aber, dass Tandempartner und Lehrer die Informationen bei Bedarf weitergeben. Zudem hoffe ich, dass der Artikel auch f\u00fcr den einen oder anderen Lerner mit einer anderen Zielsprache n\u00fctzlich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man als blutiger Anf\u00e4nger Tandem macht, ist es empfehlenswert, parallel dazu einen Kurs zu besuchen oder mit einem Selbstlernkurs zu arbeiten. So bekommt man laufend neues Material, dass man verarbeiten kann. Allerdings ist es gerade im Tandem so, dass man auch Dinge lernt, die im Buch noch lange nicht vorkommen. Das ist einer der Vorteile des Tandems: Man lernt, was man gerade braucht. 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