{"id":2234,"date":"2012-08-25T19:40:54","date_gmt":"2012-08-25T18:40:54","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=2234"},"modified":"2012-08-26T13:45:35","modified_gmt":"2012-08-26T12:45:35","slug":"reise-durch-dach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2012\/08\/25\/reise-durch-dach","title":{"rendered":"Reise durch DACH f\u00fcr Anf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag stelle ich ein Arbeitsblatt vor, das ich f\u00fcr einen A1-Kurs an der Uni erstellt habe und das schon ziemlich am Anfang (ca. in der der 4. oder 5. Woche eines Kurses mit 2-Wochenstunden) zum Einsatz kommt. Nach einer kurzen Beschreibung der Aufgabe spreche ich einige Prinzipien und Konzepte an, die mir bei der Gestaltung meines Unterrichts wichtig sind.<\/p>\n<p><strong>Beschreibung von Aufgaben<\/strong><\/p>\n<p>In Aufgabe I und II ordnen die Lernenden einige Begriffe in Partnerarbeit. Als Hilfsmittel stehen ihnen einige Fotos (auf dem Arbeitsblatt)\u00a0 und Landkarten zu den deutschsprachigen L\u00e4nder zur Verf\u00fcgung, die im Raum aufgeh\u00e4ngt sind. Dabei werden auch Vorwissen und Vorurteile der Lernenden aktiviert, die in Aufgabe III beim Lesen des Textes best\u00e4tigt oder wiederlegt werden. In Aufgabe V wird mit Hilfe von Wortmaterial aus der Aufgabe der Wortakzent thematisiert. Das Z\u00e4hlen von Silben in Aufgabe IV ist eine Vor\u00fcbung dazu.<\/p>\n<p><strong>Terti\u00e4rsprachendidkatik<\/strong><br \/>\nEin wesentlicher Unterschied zwischen dem Spracherwerb von kleinen Kindern und dem von Jugendlichen und Erwachsenen ist das Vorwissen. Einerseits wissen die Jugendlichen und Erwachsenen viel \u00fcber die Welt, was ihnen helfen kann, fehlende Informationen zu erg\u00e4nzen. In der vorliegenden \u00dcbung helfen zum Beispiel allgemeine Geografie-Kenntnisse oder Kenntnisse \u00fcber das Benutzen von Landkarten. \u00dcber die Geografischen Eigennamen lassen sich so auch W\u00f6rter wie Stadt und Fluss erschliessen. Andererseits haben sehr viele von ihnen auch schon ein beachtliches Wissen \u00fcber Sprachen und das Lernen von Sprachen. Immmer h\u00e4ufiger wird Deutsch als zweite, dirtte oder sogar vierte Fremdsprache gelernt. Aus diesen Einsichten heraus hat sich in den letzten Jahren die Terti\u00e4rsprachendidaktik entwickelt. Eines ihrer wesentlichen Merkmale ist, dass man den Lernenden gerade rezeptiv mehr zutraut, weil man eben davon ausgeht, dass sie schon wissen, wie man eine Sprache lernt und sie &#8211; je nachdem, welche Fremdsprache(n) vorher gelernt wurde(n) &#8211; auch beim Wortschatz schon viele Ankn\u00fcpfungen machen k\u00f6nnen. Die Lernsituation &#8222;Deutsch nach Englisch&#8220; trifft\u00a0 auf eine sehr grosse Zahl von Lernenden zu, an Hochschulen ist das inzwischen sogar fast die Regel. Das bedeutet, dass die Lernenden viele W\u00f6rter, die im Deutschen und Englischen \u00e4hnlich klingen bzw. aussehen,\u00a0 erraten oder zumindest einfacher behalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderung von Lernerautonomie<\/strong> \/ <strong>Ressourcen der Lernenden nutzbar machen<\/strong><br \/>\nEin wesentliches Ziel des gemeinsamen europ\u00e4ischen Referenzrahmens f\u00fcr Sprachen (=GER) besteht darin, das lebenslange Lernen zu f\u00f6rdern. Damit Lernende nach ihren eigenen Bed\u00fcrfnissen und auch ausserhalb von Kursen lernen k\u00f6nnen, brauchen sie unter anderem ein Repertoire an Lernstrategien. Auch die Erfahrung, in bzw. mit der Fremdsprache erfolgreich handeln zu k\u00f6nnen, ist sehr wichtig. Deshalb versuche ich, Anf\u00e4nger schon fr\u00fch die Erfahrung machen zu lassen, dass sie viel Deutsch verstehen oder zumindest viel erraten und erschliessen k\u00f6nnen. Es gibt einige Lernende, die von sich aus Verbindungen zu anderen ihnen bekannten Sprachen suchen oder ihr Weltwissen einsetzen, um sich die fremde Sprache zu erschliessen, aber vielen Lernenden hilft es, wenn man ihnen im Unterricht aktiv die Gelegenheit dazu gibt und zum Beispiel \u00c4hnlichkeiten zwischen verschiedenen Sprachen thematisiert .<\/p>\n<p>Die Aufgaben sind so angelegt, dass die Lernenden zum gr\u00f6ssten Teil selbst\u00e4ndig in Gruppen arbeiten k\u00f6nnen. In Teil der Diskussion wird nicht auf Deutsch stattfinden. Das ist nach wenigen Lektionen Deutsch nicht m\u00f6glich. Man kann aber ein paar einfache Redemittel geben, so dass die Lernenden einiges &#8211; aber sich nicht alles auf Deutsch sagen k\u00f6nnen. Z.B.: &#8222;Das ist eine Stadt&#8220;, &#8222;das stimmt (nicht)&#8220;, &#8222;das ist typisch f\u00fcr&#8220; &#8230; Solange die Lernenden aber <strong>\u00fcber<\/strong> das Material und die Texte sprechen\u00a0 ist das Zuhilfenehmen einer anderen Sprache legitim, vor allem, wenn die Aufgabe (z.B. das Austauschen \u00fcber die L\u00f6sungen, \u00fcber Bedeutungen etc.) sonst (noch) nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>DACH(L)-Konzept<\/strong><br \/>\nDeutsch ist eine plurizentrische Sprache. Die Standardvariet\u00e4ten des Deutschen in der Schweiz, \u00d6sterreich und Deutschland unterscheiden\u00a0 sich voneinander zu einem gewissen Grad. In dieser Einheit geht es aber nicht darum, diese Unterschiede zu thematisieren, sonder vielmehr darum, dass Deutsch eben nicht nur in Deutschland gesprochen wird. Die landeskundlichen Inhalte\u00a0 sind zugegebenermassen nicht besonders tiefgr\u00fcndig; die relativ bekannten Stereotype bzw. Fakten dienen vor allem der Vorentlastung.<\/p>\n<p><strong>Aussprache von Anfang an<\/strong><\/p>\n<p>Aussprache ist nicht nur f\u00fcr das Sprechen, sondern auch f\u00fcr das H\u00f6ren wichtig. Deshalb versuche ich, Aussprache von Anfang an konsequent in meinen Unterricht zu integrieren. Ich greife dazu wenn immer m\u00f6glich Material aus den aktuellen Einheiten\u00a0 auf. Das kann auch den Nebeneffekt haben, dass W\u00f6rter noch einmal auf andere Weise aufgegriffen und gefestigt werden.\u00a0 Aufgabe 4 und 5 kann man zum Beispiel mit diesen W\u00f6rtern durchf\u00fchren:<\/p>\n<blockquote><p>beginnt, Berlin, Bodensee, Donau, Albert Einstein, Elbe, Fluss, Geschenk, Goethe, Matterhorn, Mozart, Komponist, Oktoberfest, Person, Produzent, Schokolade, sieht, Souvenir, Wien, Z\u00fcrich<\/p><\/blockquote>\n<p>Viele davon gibt es auch auf Englisch, einige auch in anderen Sprachen, die Aussprache weicht aber zum Teil erheblich von der deutschen ab (gerade auch, aber nicht nur, beim Wortakzent).<br \/>\nExplizit thematisiert werden nur Silbenanzahl und Wortakzent, durch das mehrmalige Vorsprechen k\u00f6nnen den Lernenden aber nat\u00fcrlich auch noch andere Unterschiede auffallen, die man dann auch thematisieren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dokumente<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/reise_durch_dach.doc\">Reise durch_DACH<\/a> (doc) \/ <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/reise_durch_dach_ersteseite.pdf\">Reise durch DACH, <\/a>1. Seite \/ <a href=\"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reise_durch_dach.pdf\">Reise durch DACH<\/a>, 2. Seite (pdf)<br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/de.forvo.com\/_ext\/ext-prons.js?id=92138\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag stelle ich ein Arbeitsblatt vor, das ich f\u00fcr einen A1-Kurs an der Uni erstellt habe und das schon ziemlich am Anfang (ca. in der der 4. oder 5. Woche eines Kurses mit 2-Wochenstunden) zum Einsatz kommt. 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