{"id":207,"date":"2006-12-24T10:14:53","date_gmt":"2006-12-24T09:14:53","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2006\/12\/24\/wortschatzkarten-fur-fortgeschrittene"},"modified":"2006-12-24T12:09:45","modified_gmt":"2006-12-24T11:09:45","slug":"wortschatzkarten-fur-fortgeschrittene","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2006\/12\/24\/wortschatzkarten-fur-fortgeschrittene","title":{"rendered":"Wortschatzkarten f\u00fcr Fortgeschrittene"},"content":{"rendered":"<p>Der Wortschatz spielt eine sehr grosse Rolle beim Sprachenlernen und es lohnt sich, Zeit daf\u00fcr zu investieren.  Je besser man eine Sprache kann, desto weniger geht es darum, einzelne W\u00f6rter zu lernen und um so mehr darum, W\u00f6rter zu vernetzen und zu lernen, <strong>wie<\/strong> man W\u00f6rter braucht. Das macht beim Produzieren (Sprechen und Schreiben) flexibler und es gibt auch mehr Sicherheit.<\/p>\n<p>Ein Weg, wie man das tun kann, sind Wortschatzkarten. F\u00fcr Fortgeschrittene reichen die kleinen Karteik\u00e4rtchen nicht mehr. Ich empfehle euch deshalb A6-Karten. Sie sind gross genug, um auch Wortfamilien, Komposita und grammatische Informationen aufzunehmen.<\/p>\n<p>Wie solche Karten aussehen k\u00f6nnten, habe ich f\u00fcr einen Kurs an zwei Beispielen illustiert:<\/p>\n<ul>\n<li>Wortschatzkarte <a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/wortschatz\/wskexperiment.html\">Experiment<\/a><\/li>\n<li>Wortschatzkarte <a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/wortschatz\/wortschartzkarten.html\">rezensieren<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind wie gesagt zwei Beispiele, aber die Karten k\u00f6nnen auch ganz anders aussehen. Man k\u00f6nnte auch noch weitere Informationen (z.B. die Aussprache) erg\u00e4nzen, und andere weglassen.  Wichtig ist, dass man sp\u00e4ter evtl. erg\u00e4nzen <strong>kann<\/strong> und dass die Struktur der Karten den Ben\u00fctzern klar ist.<\/p>\n<p>Informationen, die auf solchen Karten sinnvoll sind:<\/p>\n<ul>\n<li>grammatische Informationen f\u00fcr Nomen: Artikel (oder Genus), Genitiv und Plural<\/li>\n<li>grammatische Informationen f\u00fcr Verben: Angaben zur Rektion (mit Dativ, Akkusativ oder Pr\u00e4position + Fall), zur Konjugation (am besten die 3. Pers. Singular Pr\u00e4sens, Pr\u00e4teritum und Perfekt. Damit kann man alle m\u00f6glichen Formen bilden). Ich finde es sinnvoll, diese so genannten Stammformen bei allen Verben (auch bei den regelm\u00e4ssigen anzugeben, weil diese Formen so gel\u00e4ufiger bilden. Viele Lernende wollen regelm\u00e4ssige Formen auch mit -en bilden (also z.B. gelachen statt gelacht). Vermutlich ist das so, weil sie sehr viel mehr unregelm\u00e4ssige als regelm\u00e4ssige Formen gelernt haben).<\/li>\n<li>grammatische Informationen f\u00fcr Adjektive: Komparativ und Superlativ.<\/li>\n<li>Aussprache: Immer die phonetischen Schriftzeichen anzugeben ist ein bisschen zu viel des Guten, unter anderem auch, weil die Aussprache des Deutschen fast immer aus der Schreibweise abgleitet werden kann. Sinnvoll ist es, den betonten Vokal zu markieren. F\u00fcr lange Vokale und Diphonge nimmt man am besten einen Strich, f\u00fcr kurze Vokale einen Punkt. Das Wort Liebe (mit langem i) schreibt man dann also so: L<u>ie<\/u>be.<\/li>\n<li>Beispielsatz<\/li>\n<li>Synonyme, Antonyme<\/li>\n<li>h\u00e4ufige Wendungen: das m\u00fcssen nicht gleich Sprichw\u00f6rter sein. Auch Redewendungen oder nur h\u00e4ufige Ausdr\u00fccke wie zum Beispiel  &#8222;hohe  Temperaturen&#8220;  zum Wort Temperatur k\u00f6nnen dazu geh\u00f6ren<\/li>\n<li>Zusammengesezte W\u00f6rter: Das Wort der Wortkarte kann dabei das Grundwort (Gem\u00fcse<strong>suppe<\/strong>) oder das Bestimmungswort (<strong>Suppen<\/strong>gem\u00fcse) sein.<\/li>\n<li>W\u00f6rter aus der selben Wortfamilie (z.B. fahren, fahrbar, der Fahrer, das Fahrzeug etc.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Erstellen solcher Karten braucht ziemlich viel Zeit, aber sie sind schon ein wesentlicher Teil des Lernprozesses, und deshalb lohnt sich der Zeitaufwand.<br \/>\nAm besten arbeitet ihr mit einem Deutsch-als-Fremdsprache-W\u00f6rterbuch. Darin stehen die Informationen die ihr braucht. Ihr findet deutsche Erkl\u00e4rungen, in der Regel alle grammatischen Infos die ihr ben\u00f6tigt (Artikel, Angaben zur Rektion, Hilfsverben etc.) und in gr\u00f6sseren auch zusammengesetzte und abgeleitete W\u00f6rter. Wer kein solches W\u00f6rterbuch besitzt, kann sich die Informationen aber auch aus mehreren <a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/wortschatz\/wortschartzkarten.html\">online-verf\u00fcgbaren W\u00f6rterb\u00fcchern<\/a> zusammensuchen.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4hlt man aber jetzt die W\u00f6rter aus? Wichtig ist auf jeden Fall, dass ihr nicht einfach alles wahllos aufschreibt, was ihr findet. Das ist <strong>viel zu viel<\/strong>! Ich fange in der Regel so an, dass ich alles aufschreibe, was mir zu einem Wort in den Sinn kommt. Diese Informationen \u00fcberpr\u00fcfe ich dann mit dem W\u00f6rterbuch. Dabei sehe ich auch W\u00f6rter, die mir zwar bekannt vorkommen, die ich aber nicht wirklich kann. Diese W\u00f6rter schreibe ich dazu. Sie sind ideal zum lernen, weil nicht komplett neu sind. Dann \u00fcberlege ich mir noch, was ich sagen k\u00f6nnen m\u00f6chte oder mich interessiert, aber nicht weiss. Zwei oder drei W\u00f6rter aus dieser Kategorie schlage ich gezielt nach. Den Rest (und es gibt immer einen Rest!) lasse ich sein. Ich kann immer noch W\u00f6rter erg\u00e4nzen, wenn ich sp\u00e4ter mal \u00fcber ein passendes Wort stolpere. Aber deshalb ist es eben wichtig, dass ihr nicht mit zu kleinen Karten beginnt.<\/p>\n<p>Bei den grammatischen Informationen ist es sinnvoll, dass man sie systematisch auff\u00fchrt. Ich schreibe bei Verben immer die Stammformen hin, bei Nomen immer das Genus und den Plural etc&#8230; Aber auch hier kann man ausw\u00e4hlen. Das Pr\u00e4teritum kann man immer noch sp\u00e4ter erg\u00e4nzen und auch den Genitiv kann man erst dann hinschreiben, wenn man ihn braucht.<\/p>\n<p>Ideal ist es, wenn jemand mit sehr guten Deutschkenntnissen die Karten gegenliest. Das kann der Lehrer sein (falls er selbst die Karten in Auftrag gegeben hat) oder zum Beispiel ein Tandempartner.<\/p>\n<p>In einer Klasse kann es interessant sein, die Karten zu vervielf\u00e4ltigen und allen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wortschatz spielt eine sehr grosse Rolle beim Sprachenlernen und es lohnt sich, Zeit daf\u00fcr zu investieren. Je besser man eine Sprache kann, desto weniger geht es darum, einzelne W\u00f6rter zu lernen und um so mehr darum, W\u00f6rter zu vernetzen und zu lernen, wie man W\u00f6rter braucht. Das macht beim Produzieren (Sprechen und Schreiben) flexibler und es gibt auch mehr Sicherheit.<\/p>\n<p>Ein Weg, wie man das tun kann, sind Wortschatzkarten. F\u00fcr Fortgeschrittene reichen die kleinen Karteik\u00e4rtchen nicht mehr. Ich empfehle euch deshalb A6-Karten. 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