{"id":1778,"date":"2009-12-20T11:01:59","date_gmt":"2009-12-20T10:01:59","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=1778"},"modified":"2011-01-12T08:31:16","modified_gmt":"2011-01-12T07:31:16","slug":"silben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/12\/20\/silben","title":{"rendered":"Silben"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich \u00fcber Aussprache schreibe, dann erw\u00e4hne ich h\u00e4ufig Silben. Sie sind ein wichtiges Grundkonzept der Phonetik. Man kann mit ihnen die Verteilung von kurzen und langen Vokalen erkl\u00e4ren (allerdings nicht wirklich durchg\u00e4ngig), und sie werden entweder hervorgehoben oder (zum Teil ziemlich radikal) abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Der Aufbau von Silben kann sich zwischen verschiedenen Sprachen ziemlich stark unterscheiden. Zum Beispiel hat Deutsch die Eigenschaft, in Kopf (Onset, Silbenanfang) und Coda (Silbenende) ganze Haufen von Konsonanten (so genannte Cluster) zuzulassen:<\/p>\n<p>Beispiele<\/p>\n<ul>\n<li>viele Konsonanten im Kopf: <strong>Str<\/strong>asse (3)<\/li>\n<li>viele Konsonanten in der Coda: He<strong>rbst<\/strong> (4), du i<strong>mpfst <\/strong>(5)<strong><br \/>\n<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Sprachen wie Italienisch und Chinesisch haben hingegen nur wenige geschlossene Silben (Silben mit einem oder mehreren Konsonanten in der Coda) und es sind nur bestimmte Konsonanten, die in der Coda stehen. Deshalb erg\u00e4nzen viele italienische Deutschlernende zum Beispiel nach einem t noch einen Murmelvokal (schwaches e), so dass &#8222;er hat&#8220; pl\u00f6tzlich wie &#8222;er hatte&#8220; klingt. Andere Sprachen haben daf\u00fcr im Silbenkopf keine (oder wenige) Konsonantencluster und ihre Sprecher tendieren dazu im Deutschen Sprossvokale zwischen Konsonanten zu schieben (z.B. Bulume statt Blume).<\/p>\n<p>Das Bewusstmachen der unterschiedlichen Struktur kann oft helfen. Oft sind es aber auch hier im Grunde H\u00f6rprobleme. Die Lernenden nehmen gar nicht war, dass im deutschen Wort <span style=\"text-decoration: underline;\">kein <\/span>Murmelvokal auftritt. Klatschen (einmal zur korrekten und einmal zur abweichenden Realisierung) kann helfen, die unterschiedliche Anzahl Silben wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Die Lehrmittel, die ich kenne, kommen weitgehend ohne den Begriff der Silbe aus. Der Wortakzent wird meistens an die Vokale gebunden (zum Beispiel durch die Markierung mit Strich oder Punkt) und das funktioniert ja auch. Wenn man den Begriff verwenden will, reicht meistens die Faustregel, dass ein Wort so viele Silben wie Vokale (oder Diphthonge) hat und dass ein einzelner Laut in der Regel zum n\u00e4chsten Vokal geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Vor etwas mehr als vier Jahren habe ich Arbeitsbl\u00e4tter zur Silbe gemacht, die man auf meiner alten Seite herunterladen kann. Sie sind ehrlich gesagt etwas akademisch geraten (f\u00fcr Akademiker waren sie ja auch gedacht :-), aber vielleicht kann der eine oder andere ja doch etwas damit anfangen.<\/p>\n<p>Die Reflektion zur Silbenstruktur der eigenen Sprache hatte bei diesen Leuten \u00fcbrigens erstaunlich gut funktioniert.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/phonetik\/arbeitsblphonet\/silbenoes.pdf\">Regelblatt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/phonetik\/arbeitsblphonet\/silben.pdf\">Arbeitsblatt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.cornelia.siteware.ch\/phonetik\/arbeitsblphonet\/silbenoes.pdf\">L\u00f6sungen<\/a> zum Arbeitsblatt<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag geht es um den Aufbau von Silben und den Unterschied zwischen verschiedenen Sprachen im Bezug auf die Silbenstruktur. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,11,79,7,181],"tags":[123],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1778"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1778"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1778\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1786,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1778\/revisions\/1786"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}