{"id":1653,"date":"2009-11-04T11:20:25","date_gmt":"2009-11-04T10:20:25","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/?p=1653"},"modified":"2009-11-08T22:18:58","modified_gmt":"2009-11-08T21:18:58","slug":"akzentsilbe-als-schlussel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2009\/11\/04\/akzentsilbe-als-schlussel","title":{"rendered":"Akzentsilbe als Schl\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p>Ein zentraler Schl\u00fcssel zu einer gut verst\u00e4ndlichen Aussprache ist meiner Meinung nach der Wort und Satzakzent. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Stellen im Sprachstrom und helfen uns, Informationen herauszufiltern, denn es sind auch die Silben, die man am verl\u00e4sslichsten versteht, weil sie lauter und\u00a0 etwas l\u00e4nger gesprochen werden als die Silben in der Umgebung. Wenn diese Signale falsch gesetzt sind, muss man sehr viel konzentrierter zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Umgekehrt ist es dann aber auch f\u00fcr die Lernenden wichtig, diese Signale zu nutzen, eben weil sie die zuverl\u00e4ssigsten Inseln im Input darstellen.\u00a0 John Field hat in seinem Buch &#8222;Listening in the language classroom&#8220; (Cambridge 2008) einen Vorschlag gemacht, wie man die Aufmerksamkeit der Lernenden unter dem Aspekt des H\u00f6rverstehens auf die Akzentsilbe lenken kann.<\/p>\n<p>Er schl\u00e4gt vor, nur die Akzentsilbe zu Sprechen (zum Beispiel zwan) und die Lernenden raten zu lassen, wie das ganze Wort heisst. Die Schrift wird bei dieser \u00dcbungsform f\u00fcr einmal also ganz aussen vorgelassen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat man normalerweise mehr Kontext als eine Silbe und deshalb sind f\u00fcr diesen sehr isolierten \u00dcbungstyp nicht alle W\u00f6rter gleich geeignet. Ich habe das gestern mit einer A1.1 Klasse und folgenden W\u00f6rtern gemacht:<\/p>\n<ul>\n<li>zwan(zig)<\/li>\n<li>p\u00fcn(ktlich)<\/li>\n<li>hun(dert)<\/li>\n<li>b\u00fc(geln)<\/li>\n<li>pu(tzen)<\/li>\n<li>(ge)nau<\/li>\n<li>(wa)rum<\/li>\n<li>(wo)hin<\/li>\n<li>(en)tschul(digung)<\/li>\n<li>(Konfe)renz<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich habe jeweils gesagt ob es um eine erste Silbe geht oder nicht. Die Klasse als ganzes war sehr gut und auch zwei von denen, die sich mit dem H\u00f6ren eher schwertun, haben W\u00f6rter rausgefunden. Probleme hatten alle mit dem Wort b\u00fcgeln, das zwar in der Lernliste gestanden hatte, aber das sie offensichtlich noch nicht gelernt hatten und deshalb als ganzes Wort nicht nicht kannten.<\/p>\n<p>Beim Aussprechen der W\u00f6rter ist wichtig, dass man die Akzentsilben tats\u00e4chlich so spricht, wie man sie auch im Wort sprechen w\u00fcrde. Bei [tswan] ist der Verschluss zum t (von [tsi\u00e7] oder [tsik] also schon da und auch die L\u00e4nge der Silbe sollte so sein, wie wenn man das ganze Wort sagen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ob die \u00dcbung nun tats\u00e4chlich einen positiven Einfluss auf das Dekodieren beim H\u00f6ren hat, kann ich mit diesem einen Versuch nat\u00fcrlich nicht nachweisen. Die \u00dcbung hat aber auf jeden Fall den Vorteil, dass sie in Erinnerung ruft, dass im Deutschen einige Silben deutlicher und lauter gesprochen werden als andere und dass sie Wortschatz nur \u00fcber die lautliche Form (statt wie oft \u00fcblich schriftgest\u00fctzt) ins Ged\u00e4chtnis ruft. Zudem ist sie ziemlich schnell gemacht und l\u00e4sst sich auch mal als L\u00fcckenf\u00fcller einsetzten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag wird eine \u00dcbungsform beschrieben, mit der man die Aufmerksamkeit der Lernenden unter dem Aspekt des H\u00f6rverstehens auf die Akzentsilbe lenkt. <\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,11,24,41],"tags":[27,28,245,246,244,123,100],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1653"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1653"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1669,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1653\/revisions\/1669"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}