{"id":161,"date":"2006-06-27T22:08:56","date_gmt":"2006-06-27T20:08:56","guid":{"rendered":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2006\/06\/27\/zettelsyntax"},"modified":"2009-09-14T11:28:58","modified_gmt":"2009-09-14T10:28:58","slug":"zettelsyntax","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/2006\/06\/27\/zettelsyntax","title":{"rendered":"Zettelsyntax"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee ist weder neu noch von mir, aber sie funktioniert immer wieder gut. Um meinen Sch\u00fcler den deutschen Satzbau zu veranschaulichen, verteile ich ihnen viele kleine Zettel. Ca. 3 mal 4 cm sind ideal. Die Zettel stelle ich mit der Schneidmaschine oder einer Schere her. Sie m\u00fcssen nicht exakt geschnitten sein.<br \/>\nAm Hellraumprojektor zerlege ich einen m\u00f6glichst langen Satz in seine Bestandteile. Ich schreibe die Satzglieder auf vorbereitete Folienst\u00fccke und fordere meine Sch\u00fcler auf, die Bestandteile auf die Zettel zu schreiben. F\u00fcr die verbalen Teile (=Pr\u00e4dikat) nehme ich blau, weil die Farbe in der Deutschdidaktik h\u00e4ufig f\u00fcr Verben verwendet wird. Ich verteile immer auch ein paar farbige (in meinem Fall eben blaue) Zettel f\u00fcr die Verben, weil die Satzklammer so augenf\u00e4lliger wird.<br \/>\nDann fange ich an, die Zettel auf dem Hellraumprojektor hin- und herzuschieben. Dass die Satzklammer fix ist und fast alles andere ziemlich flexibel, wird schnell klar.<br \/>\nDann gebe ich einen neuen Satz, den ich von den Lernenden selbst aufteilen und auf K\u00e4rtchen schreiben lasse. Nach einiger Zeit markiere ich die Satzglieder und sammle die Satzvarianten der Sch\u00fcler. Bei diesem Schritt kann man, wenn man will, auf einige der Tendenzen im deutschen Satzbau eingehen, wie zum Beispiel, dass das Subjekt sich meistens rund um das Verb befindet, die Abfolge der Objekte oder die Abfolge der Angaben. Ich beschr\u00e4nke das besonders im Anf\u00e4ngerunterricht auf ein Minimum. Wichtig ist mir, dass sie die Satzklammer erkennen und sich bewusst werden, dass das Subjekt nicht unbedingt an erster Stelle stehen muss. Letzteres kann beim Lesen komplexerer Texte sehr wichtig sein. Die Satzklammer l\u00e4uft vielen Lernenden intuitiv zuwider. Einerseits, weil vor dem Verb nur ein Satzglied stehen kann, und andererseits, weil die Teile des Pr\u00e4dikats nur in wenigen Sprachen so weit auseinander gerissen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anschliessend lasse ich die Sch\u00fcler in Gruppen eigene, m\u00f6glichst lange S\u00e4tze bilden und umstellen. Um die Satzanf\u00e4nge gross zu schreiben, kann man die Zettel auch auf der R\u00fcckseite beschriften. Von Zeit zu Zeit gebe ich der Klasse neues Wort- oder Satzmaterial. Zum Beispiel die nebenordnenden Konjunktionen <em>und,<\/em> <em>aber<\/em> oder <em>denn<\/em> oder  Konnektoren wie <em>deshalb<\/em>, <em>trotzdem<\/em> oder <em>nachher<\/em>. Je nach Wissensstand der Klasse gen\u00fcgen die W\u00f6rter, dann geht es darum, Wissen zu aktivieren und umzusetzen. Anhand von Beispiels\u00e4tzen kann man die Eigenschaften dieser verbindenden W\u00f6rter aber auch entdecken lassen.<\/p>\n<p>Die Methode kommt auch bei Erwachsenen gut an.  Wenn man kontrastiv arbeiten will, kann man die Lernenden auch bitten,  den Satz nach der Syntax ihrer Muttersprache zu legen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Satzbau ist f\u00fcr viele Lernende ungewohnt. Mit K\u00e4rtchen kann man ihn begreifbar machen.<\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,3],"tags":[27,28,29,30,49,162],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161"}],"collection":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1429,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161\/revisions\/1429"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/cornelia.siteware.ch\/blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}