Hörverstehen und Web 2.0

19. Mai 2012

Mögliche Eigenschaften von typischen Web-2.0-Tools und -angeboten sind

  • Einbetten und Neukombinieren  von Inhalten
  • Generieren eigener Inhalte
  • Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen

Ausgehend von folgendem Audio-Clip von Audiolingua skizziere ich einige mögliche webbasierte Aufgaben, die aber wenn möglich im Unterricht eingeführt oder nachbesprochen werden sollten.

Aufgabe 1

Mit Hilfe von Embedcodes kann man auf einer Seite Inhalte von verschiedenen Seiten zusammenbringen, hier im Beispiel eine Aufgabe von Learningapps mit einem Audio von Audio-Lingua.  Allerdings wird das Einbetten nicht von allen Bloglanbietern etc. unterstützt.  In Lernplattformen (z.B. OLAT und Moodle) klappt es in der Regel.

Aufgabe 2
Was denkst du über das Thema Umweltschutz und Energiesparen?
Was sind die Unterschiede / Gemeinsamkeiten zwischen dir und Gundula?
Du kannst eine Minute lang sprechen und du darfst so lange üben, wie du willst.

Die obige Aufgabe benützt eine Audio-Drop-Box von CLEAR (habe ich hier beschrieben). Ihr könnt es gerne ausprobieren, das Audio landet aber in meiner Inbox bei CLEAR und ist für niemanden sonst zugänglich. Die Länge des Audios kann angegeben werden. Maximal möglich sind 1800 Sekunden. Statt der Dropbox von Clear kann man natürlich auch einen anderen Dienst wie Vocaroo, Audioboo oder record mp3 verwenden. Den Lernenden sollte dann aber klar sein, dass ihre Datei potentiell auch anderen zugänglich ist.
Falls die Lernplattform das zulässt, kann man auch einen Ordner zum Upload für Lernende freigeben (auf OLAT geht das und auf Moodle 2.0 meine ich auch), wo die Lernenden mit auch mit Audacity erstelle mp3-Dateien abgeben können.

Aufgabe 3

Die folgende Aufgabe habe ich auch mit learningapps erstellt. Die App benützt einen Etherpad -Klon (= ein kollabortativer Editor). Die Daten werden also nicht bei learningapps, sondern bei http://etherpad.x8c.de abgespeichert. Learningapps generiert ein Pad und stellt den Embedcode zur Verfügung und ermöglicht das Einblenden der Aufgabenstellung. Eigentlich könnte man das Pad aber auch direkt erstellen und die Aufgabe ins Pad schreiben.

Zugänglich ist der erstellte Editor übrigens nur für die, die den geheimen Link kennen. Wenn man den Editor wie ich unten in einem öffentlich zugänglichen Blog einbindet, sind das allerdings schnell ziemlich viele Leute.  Hoffen wir mal, das es nicht zu Vandalismus kommt.

Wenn man den Editor in eine Html-Seite auf einer Lernplattform einbindet, ist der Editor also geschützter. Die Lernenden könnten aber theoretisch den Link weitergeben.

 

Reflexion

Hörverstehensaufgaben (und andere Aufgaben auch) sollten eigenlich nicht mit dem Korrigieren von Multiple-Choice-Aufgaben und ähnlichem enden. Interessant für Lernende und Lehrende ist, warum es zu falschen Antworten kam, ob das Niveau der Aufgaben einfach, gerade richtig oder (zu) schwierig war und welche Strategien man einsetzen könnte, um bestimmte Probleme zu überwinden oder Kompetzenzen auszubauen.

Erstellt habe ich die Aufgabe mit dem Umfrage-Tool von Google-docs (dafür braucht man einen gmail-Account). Die Resultate findet man dann in einer Spreadsheet-Tabelle. Normalerweise ist diese Tabelle für die Umfrageteilnehmer nicht einsehbar, aber man kann sie veröffentlichen, wie ich es gemacht habe. Sie ist dann für jeden sichtbar, der den Link hat. Falls es wichtig ist, zu wissen, wer welche Schwierigkeiten hat (zB., wenn man die Klasse noch nicht gut kennt), kann man ein Feld einfügen, in das die Lernenden ihren Namen schreiben müssen.

So eine Umfrage kann man natürlich auch verwenden, wenn die Lernenden eine schriftliche Reaktion auf einen Hörtext verfassen sollen, der aber nicht (wie bei Etherpad) für alle zugänglich sein soll. Die Umfrage ist dann eine Alternative zum Abgeben von Dokumenten (als Blatt in der Klasse oder als Anhang im E-Mail). Der Vorteil für mich ist, dass ich alle Antworten gleich nebeneinander habe und vergleichen kann. Falls ich am Schluss Einzelfeedback geben will, wird es dann aber wieder aufwendiger, weil ich die Antworten rauskopieren muss. Ich benutze das meistens, wenn ich Lösungen aus der Klasse im Unterricht wieder thematisieren will, (was ich im Voraus ankündige und in der Regel anonymisiert durchführe). Sinn macht das vor allem bei Fragen, wo es nicht eine einzige richtige Lösung gibt.

Zusammenfassung

Dank Emedcodes kann man Anwendungen mit unterschiedlichen Funktionen zusammenbringen (z.B. den Inhalt bei Audio-lingua oder Youtube mit einer Übung mit Selbstkorrektur, einem kollaborativen Editor oder einem Tool zum Aufnehmen, etc.)

Wichtig ist, dass den Lernenden bewusst ist, wo ihre Daten hinwandern. Die Lehrperson sollte sich immer genau überlegen, was die Lernenden Preisgeben müssen und wie öffentlich das ist bzw. werden kann.

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4 Kommentare

  • 1. Hannes  |  25. August 2012 um 13:14

    Hallo Cornelia, mir gefällt besonders, dass du die Reflexion eingebaut hast. Sich der eigenen Strategeien bewusst sein ist für Lehrer u. Lerner so wichtig, meine ich. Ich experimentiere gerade ein wenig mit Learningapps. Die Kombi verschiedener Tools ist eine Herausforderung, aber enorm produktiv glaube ich. Kompliment für den Blog insgesamt! Schöne Grüße Hannes

  • 2. Cornelia  |  25. August 2012 um 14:30

    @Hannes: Vielen Dank für das Kompliment. Ich bin nicht umsonst Madamme Selbstlernen 🙂 (Ich arbeite u.a. in einem Selbstlernzentrum). Falls du noch andere nützliche Tools findest, bin ich immer froh um Tipps.
    Liebe Grüsse, Cornelia

  • 3. Hannes  |  29. August 2012 um 12:25

    Hallo Cornelia, kennst du wahrscheinlich schon: Zur Veranschaulichung der Ergebnisse einer Umfrage lässt sich http://edudemic.com/2012/08/diy-infographics/ (von Joachim Quandt empfohlen) einsetzen. Grüße Hannes

  • 4. Cornelia  |  29. August 2012 um 17:54

    Nein, bis jetzt noch nicht! Schau ich mir an. Danke!


Linktipp

SPRACHLICH: Dies, DaF, ecetera. Für Lernende (Aussprache, Grammatik, Hörverstehen und mehr) und Lehrende.
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